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„Wie schnell ist dieses Jahr vergangen“ von Martin Volpert

Wie schnell ist dieses Jahr vergangen,
so frage ich mich voller Bangen,
denn es neigt sich sehr behände
wieder schnell zu seinem Ende.
Ich kann es nie zurückerlangen!

Hab ich in vergang’nen Stunden
stets genügend Zeit gefunden
um den Leidenden zu Nützen
und sie in ihrer Not zu stützen?
War ich den Hungernden verbunden?

Oder habe ich mich abgekehrt,
Hilfe manchmal gar verwehrt
obwohl Augen still um Hilfe flehen?
Habe ich wirklich weggesehen?
War mein Verhalten achtenswert?

Traurig sehe ich mit Unbehagen
viel Nutzloses und mein Versagen
und keine Stunde kommt zurück,
auch nicht das allerkleinste Stück!
In mir da bleibt ein großes Fragen!

Da falte ich zur Jahreswende
ganz still und leise meine Hände
und sage Christus, meinem Herrn:
Du hast mich Sünder trotzdem gern.
Du bist der Anfang und das Ende.

Ich will trotz mancherlei Versagen
mich hier nicht weiter selbst anklagen,
vielmehr ins neue Jahr nun schauen
und mich erneut dir anvertrauen.
Du wirst mich bis zum Ziele tragen.

Ja, viele Jahre sind vergangen,
doch schon lange muss ich nicht mehr Bangen.
Du trägst mich sicher, Tag und Jahr,
und bleibst für immer treu und wahr!
Durch dich werde ich heim gelangen.

Neujahrsgedicht zu Psalm 89,48.
Autor: Martin Volpert, 2008
Quelle: http://www.christliche-gedichte.de

 

An Gottes Hand ins Ungewisse

Ich sagte zu dem Engel an der Schwelle des Jahres:
„Gib mir ein Licht, damit ich festen Schrittes in die Ungewissheit
des neuen Lebens schreiten kann.“
Aber er antwortete mir:
„Geh hinein in die Ungewissheit und lege deine Hand in Gottes Hand,
das ist mehr als ein Licht und sicherer, als den Weg zu wissen.“

(mündliche Überlieferung)