Zum Thema Weihnachten gefunden…

Quelle: idea-Blog

Kommentator der „Berliner Zeitung“, Dirk Pilz:
„Weihnachten ist ein christliches Fest; die Feiertage gibt es, um in Ruhe der Geburt Jesu zu gedenken. Es gibt sie, um einen Gottesdienst zu besuchen und sich des Glaubens an diesen Jesus Christus, den Gottessohn, zu vergewissern. Die Geschenke sind, ihrem ursprünglichen Verständnis gemäß, Erinnerungen an jene Gaben, die einst von den drei Weisen aus dem Morgenland an der Krippe in Bethlehem Maria überreicht wurden. All dies aber ist der Mehrheit in unserer multikulturellen, pluralen Gesellschaft fremd geworden. Die Weihnachtsgottesdienste werden allenfalls besucht, um sich in Weihnachtsstimmung zu bringen, Geschenke werden überreicht, um einander eine Freude zu bereiten und den Pflichten der Tradition zu genügen. Des Glaubens brauchen sich viele nicht länger zu versichern – sie sind schlicht Ungläubige, vielleicht Agnostiker, aber keine Christen im engeren Sinne. Und für die Mehrzahl der Kinder hierzulande bringt kein Christkind die weihnachtlichen Gaben, sondern ein heidnischer Weihnachtsmann. Auf Weihnachten und also das Fest von Christi Geburt verzichten will allerdings dennoch kaum jemand. Gerade zu Weihnachten offenbart sich damit jenes schizophrene Verhältnis zur Religion, das unsere Kultur inzwischen prägt.“
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1224/meinung/0032/index.html

Der Ärger über Weihnachtspredigten
Georg Diez beschäftigt sich im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ mit seltsamen Weihnachtspredigten:
„Ich habe an Weihnachten fast nur Pfarrer erlebt, über deren Predigten ich mich erst gewundert und dann geärgert hatte. Warum dieser Ton, als ob man mit Kindern redet, denen man die Wahrheit nicht zutraut? Warum diese Anschmiegsamkeit in der Wortwahl? Warum dieser Anschein von Selbstverwirklichungsgruppe? Mal kam statt der Predigt der heitere Kanzeldialog eines Pfarrerehepaares, als säßen wir mit ihnen am Küchentisch. Mal weigerte sich der Pfarrer, das lutherisch vorgeschriebene Mindestmaß an Reflexion und Nachdenken wenigstens anzupeilen. Dabei ginge es genau darum, in unserer rationalisierten Welt die schwierigen Fragen nach dem Glauben und dem Zweifel neu zu stellen. Es ginge darum, die harten, schönen Worte aus der Bibel wieder zu Werkzeugen zu machen, mit denen man die Gegenwart verstehen kann. Es ginge um Selbstbewusstsein statt Selbsthilfegruppe.“

Woher kommt die Kraft des Festes?
Auch Thomas Schmid, Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“ beschäftigt sich mit der Faszination von Weihnachten:
„Woher kommt die Kraft des Festes? Aus der Religion und aus der Familie. Vor fünf Jahren hat das der inzwischen verstorbene Soziologe Karl Otto Hondrich in einem zauberhaften Aufsatz gezeigt, der den Titel ‚Stille Nacht’ trug. Das Weihnachtsgeschehen, sagte er, ist ein ungeheures Geschehen, das alles Menschenmaß sprengt: Ein Sohn, der der Erlöser sein soll, wird geboren. Doch sein Leben ist von Anfang an als ein Leben zum Tod bestimmt, der Vater hat es – gegen alle Regeln des familiären Selbstschutzes – so beschlossen. Hondrich nennt das ‚eine großartig ausgreifende theologische Idee – und ein moralisches Monstrum’. Auf diesem Monstrum aber beruht der christliche Glaube. Und das Fest der Geburt Jesu wird – zumindest in der zur Innerlichkeit neigenden Neuzeit – so gefeiert, dass die grausame Erlösungsbotschaft zugleich befriedet, ja entschärft und mit dem Menschenmaß versöhnt wird. Denn das Fest, an dessen Ursprung eine dem irdischen Untergang geweihte Familie steht, ist zum größten aller Familienfeste geworden. Es steckt darin ein Ausweichen vor dem Tod – aber auch der Wille zum Triumph über ihn. Auch in seiner irdischen Art ist Weihnachten überirdisch.“
http://www.welt.de/vermischtes/weihnachten/article5626446/Die-Kraft-des-Festes-ruehrt-aus-der-Religion.html

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