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Parellelen und Parallelverse zu Psalm 1

Parallelen

Die Bibel muss durch die Bibel ausgelegt werden. Parallelen und Parallelverse sollen helfen den Psalm 1 besser zu verstehen.

Parellelen und Parallelverse zum ganzen Psalm 1

Der ganze Psalm 1 ist ein Echo der Ermahnung aus Josua 1,8 – die Moses Nachfolger Josua das Buch der Thora ans Herz legt!

Josua 1,8: Und laß das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, daß du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten.

Eine besondere Parallele finden wir auch in Jeremia 17,5-8. Dort greift Jeremia Psalm 1 auf und schmückt ihn aus.

Jeremia 17,5-8: So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN.  6 Der wird sein wie ein Dornstrauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt.  7 Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verläßt und dessen Zuversicht der HERR ist.  8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

Überschrift Psalm 1

Parellelen und Parallelverse zu Psalm 1,1

Ebenso wie Psalm 1 beginnen auch die Bergpredigt (Mt 5,3ff), die Psalmen 32; 41; 112; 119; 128 und die Offenbarung 1,3 mit einer „Seligpreisung“. Diese Parallelen sind interessant! Ebenso wie das erste Psalmbuch mit zwei „wohl dem“ anfängt (1,1 & 2,12) schließt es auch mit 40,5 & 41,2.

Eine Segensverheißung bei Treue zum Wort Gottes findet man z.B. auch in 5Mos 28,2; 33,29; Lk 11,28; Joh 13,17; Offb 1,3.

Lukas 11,28: Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Wandeln“ meint das ganze Verhalten des Menschen, vgl. Hennoch 1Mos 5,24

Das Wandeln nach bestimmten Ratschlägen hat Parallelen in:

  • 1Mos 49,6: Teil des Segens Jakobs über Simeon und Levi – für mich schwierig zu verstehen 🙂
  • Ps 81,12: nach eigenen Ratschlägen wandeln
  • Hes 20,18: Das Handeln nach den Geboten der Väter wird verurteilt
  • 2Chr 22,3: Ahasja hörte auf seine gottlose Mutter Atalja
  • Hi 21,16: Hiob grenzt sich vom Rat der Gottlosen ab
  • Lk 23,51: Josef von Arimathäa stimmte nicht den Ratschlüssen zu
  • 1Petr 4,3: Wie das Leben nach heidnischem Willen aussieht

Im Gegensatz zum stehen/betreten des Weges des Sünders (Ps 36,5; Spr 1,10.15; 4,14-15)  gilt es auf dem Weg des Gerechten zu stehen (Ps 26,12) bzw. diesen schmalen Weg zu gehen (Mt 7,13-14) und das Feld zu behalten (Eph 6,13).

Sprüche 4,14: Komm nicht auf den Pfad der Gottlosen und tritt nicht auf den Weg der Bösen. 15 Laß ihn liegen und geh nicht darauf; weiche von ihm und geh vorüber.

Epheser 6,13: Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.

Das Sitzen im Kreis der Spötter findet sich in Ps 26,4-5; Spr 1,6.22 wieder. Im Gegensatz dazu Jeremia (Jer 15,17). Spott ist ein Kennzeichen der Endzeit (2Petr 3,3).

Es gab einen „Sitz“ auf dem Markt (Hi 29,7) – vgl. das Zusammensitzen in Ps 26,4-5; 107,32; Jer 15,17.

Parellelen und Parallelverse zu Psalm 1,2

Beispiele für das Vergnügen Gottes Willen zu tun & Freude an Gottes Wort: Ps 40,8; 112,1; 119,35.47-48.72.92; Jer 15,16; Röm 7,22; 1Joh 5,3

Jeremia 15,16: Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.

Römer 7,22: Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.

Das Meditieren / Vertiefen in und Reden von Gottes Wort findet sich hier wieder: Ps 104,34; 119,11.15.97-99; 1Tim 4,15.

Ein guter Diener Gottes „arbeitet“ Tag und Nacht: Ps 88,2; Lk 2,37; 1Thes 2,9; 2Tim 1,3.

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Alternative Gliederung bzw. Struktur zu Psalm 1

Laguna de las Lavanderas

Vor einiger Zeit habe ich bereits eine Gliederung zu Psalm 1 vorgestellt. In der MacArthur Studienbibel habe ich jetzt eine interessante alternative Gliederung zu Psalm 1 gefunden.

Dort heißt es auf Seite 741:

„In zwei kontrastierenden Zyklen ordnet Ps 1 alle Menschen ihren jeweiligen geistlichen Kategorien zu:

I. Die Beobachtung zeigt, dass sich alle Menschen sittlich in zwei Gruppen einteilen lassen (1,1-4)
A. Ein Bild der Gottesfürchtigen (1,1-3)
B. Ein Bild der Gottlosen (1,4)

II. Die Konsequenzen zeigen, dass sich alle Menschen juristisch in zwei Gruppen einteilen lassen (1,5-6)
A. Das Versagen der Gottlosen (1,5)
B. Die Früchte der Lebensstile (1,6)
1. Die Anerkennung der Gottesfürchtigen (1,6a)
2. Das Verderben der Gottlosen (1,6b)“

Diese Gliederung zielt starkt auf den Kontrast innerhalb des Psalms ab. Darauf bin ich im Artikel „Nur zwei Lebenswege?“ eingegangen.

Struktrell finde ich die erste Gliederung aber deutlich besser! Was meint ihr?

Bildquelle: Eduardo Amorim via Compfight

Gedicht zu Psalm 1 – Reich gesegnet ist ein jedermann

 

Ein weiteres Gedicht zu Psalm 1:

Tarde tristeEduardo Amorim via Compfight

Reich gesegnet ist ein jedermann,
welcher zu den Spöttern spricht: „Ich kann
keine Gemeinschaft mit Euch pflegen,
denn Ihr seid auf verkehrten Wegen!

Ich mach nicht mit bei sündigen Sachen,
die Gott gar keine Freude machen!
Gott lästern ist mir sehr zuwider,
nein, zu Euch komme ich nicht wieder!“

Wohl dem, der Gottes Wort lieben tut,
und hierbei auch nicht nur einfach ruht,
sondern darüber sinnt Tag und Nacht,
ja, der hat ein sehr gutes Werk vollbracht!

Solch einer erlebt auch Gottes Kraft,
und was dann Gott durch ihn alles schafft!
Er sieht dann, dass trotz mancher Plagen,
die Werke reiche Früchte tragen.

Es verwelken weder Frucht noch Blätter,
unabhängig ist er auch vom Wetter,
denn er erhält Lebenswasser wie ein Baum
der neben dem Flusse hat seinen Raum.

Doch wenn der Sünder nicht noch bereut,
ist er bald wie Spreu vom Wind verstreut.
Auch müssen sie Sündenfolgen tragen,
manch einem geht es gar an den Kragen.

Auch besteht keiner von den Schlechten,
in einer Gemeinde mit Gerechten.
Denn Gott weiß wo der Gerechte steht –
jedoch der Gottlosen Weg vergeht!

Autor: Rainer Jetzschmann
Quelle: Christliche Gedichte

Ein anderes Gedicht zu Psalm 1 findest du hier.

Gedicht zu Psalm 1 – Glückselig gepriesen von Gott ist der Mann

Gedicht zu Psalm 1

Glückselig gepriesen von Gott ist der Mann,
von dessen Leben man sagen kann:
Er lebt nicht nach der Gottlosen Rat,
der Sünder Weg ist ihm zu schmaler Grat
auch der Spötter Kreis ist ihm zuwider
drum setzt er sich dort niemals nieder.

Vielmehr liebt er das Wort des HERRN
er liest und überdenkt es gern
er nimmt es auf und setzt es um
das sehn auch die um ihn herum.
Was er gelesen, nimmt er mit,
es folget ihm auf Schritt und Tritt.

So gleicht er einem starken Baum,
mit Bedacht gepflanzt auf feuchtem Raum:
Im Wasserbach streckt er Wurzeln aus,
die Frucht, sie wächst von selbst heraus.
Sein Blätterdach sitzt fest und gut:
Gelingend ist, was er auch tut!

Doch seht, es gibt die andre Seite:
So viele gottesferne Leute,
die von alledem nichts wollen wissen.
Ihr Leben, es ist wie zerrissen:
Wie Spreu, die Winde mit sich wehn.
Das, was sie tun, kann nicht bestehn!

Wenn einst der HERR fragt nach dem Leben,
was können sie für Antwort geben?
„Wir haben, HERR, Dich nicht bedacht!
Nein, wir haben gespottet und gelacht!“
Dann ist es zu spät, denn das Gericht
rafft sie hinweg, das ist im Licht.

Wo immer Gemeinschaft mit Gott wird sein,
da wird kein Sünder sein, oh nein!
Denn Gott weiß, wer zu Ihm gehört.
Daran ändert nichts, was man auch beschwört
Ein Leben ohne Gott, so ist’s nun mal,
führt ins Verderben, und das fatal!

(frei nach Psalm 1)

Quelle: Jonas Erne

Übersetzungen, Beobachtungen & Auslegung zu Psalm 1:1

Übersetzung Psalm 1

In diesem Artikel werfe ich einen Blick auf den hebräischen Text und vergleiche dann die deutschen Übersetzungen wie Luther (LUT), Elberfelder (ELB), Schlachter (SCH), Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), Gute Nachricht Bibel (GNB), Hoffnung für alle (HFA) oder Neue Evangelistische Übersetzung (NEÜ). Außerdem halte ich interessante Beobachtungen am Text fest.

Übersetzung von Psalm 1,1a: Wohl dem

Freude oder Segen sind in 1a die Wortbedeutungen des ersten hebräischen Worts „escher“. U.a. LUT und SCH übersetzen mit „wohl“, während ELB und viele neue Übersetzungen mit „glücklich“ wiedergeben. Im Neuen Testament wird das Wort mit „selig“ oder „glückselig“ (siehe z.B. Seligpreisungen Mt 5,3ff) wiedergegeben. Freude oder Segen hat wörtlich „der Mann“ (ELB), doch hier nicht bestimmt und deswegen für Mann und Frau geltend (Gute Nachricht gibt mit „Mensch“ wieder). Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum niemand mit „Gesegnet“ übersetzt.

„Gesegnet ist derjenige…“ würde ich übersetzen. Es ist, wie Vers 3 zeigt kein Wunsch („gesegnet sei“), sondern eine Aussage in Form des Ausrufs. „Wohl dem ist, wer…“.

Übersetzung von Psalm 1,1b: der nicht wandelt im Rat der Gottlosen

Wörtlich steht im Hebräischen „wer nicht geht im Rat der Gottlosen“. Gemeint ist, dass dieser Mensch nicht auf den Ratschlag von Gottlosen hört (NEÜ), bzw. „wer nicht dem Rat gottloser Menschen folgt“ (NGÜ). Die GNB übersetzt schon recht weit mit „der sich nicht verführen lässt“. Die Gottlosen sind in der GNB näher bestimmt als „die Gottes Gebote missachten“.

Der Weg des Gottlosen beginnt beim Hören auf das Verkehrte. Ebenso wie Eva durch die Schlange, werden wir heute durch den Rat von Gottlosen zur Sünde verführt. Wehre den Anfängen!

Übersetzung von Psalm 1,1c: noch tritt auf den Weg der Sünder

„Der nicht auf dem Weg der Sünder steht“ müsste man 1c streng genommen übersetzen. Das „stehen“ deute ich wie viele deutsche Übersetzungen (LUT, ELB, SCH…) als Beginn, d.h. „der den Weg der Sünder betritt“. Der „Weg der Sünder“ steht wohl für menschliches Verhalten und Denken, das Gott nicht gefällt bzw. entgegen seinem Willen ist.1

Die HFA und GNB übersetzen interessanterweise mit „der sich kein Beispiel nimmt an“. Hier wird die Reaktion auf das Hören beschrieben. Nach dem Hören folgt der erste eigene Schritt in die falsche Richtung. In 1c wird vor kleinen noch so harmlosen Schritten auf den Weg des Verderbens gewarnt! Fang erst gar nicht an!

Übersetzung von Psalm 1,1d: noch sitzt wo die Spötter sitzen.

Die wörtlichen Übersetzungen von 1d sind sehr ähnlich (alternativ heißt es „der nicht im Kreis der Spötter sitzt“). Man könnte allerdings allgemeiner wiedergeben: „der seinen Aufenthaltsort nicht dort hat, wo die sich die Verächter aufhalten“. Das Wort für „Aufenthaltsort“ meint ein Treffen, eine Versammlung von Menschen. Die NGÜ übersetzt: „wer keinen Umgang mit den Spöttern pflegt“.

Ein Verächter ist jemand, der aufgrund seiner Überheblichkeit alle Korrektur und Selbstkritik abweist und stattdessen andere und anderes verhöhnt und als unwürdig ablehnt.2. Die Eingrenzung auf „alles Heilige“ als Inhalt des Spotts ist in der HFA3 nicht begründet. Besser ist da die GNB: „und nicht zusammensitzt mit Leuten, denen nichts heilig ist.“

Schmale und breite Weg

Beobachtungen zu Psalm 1,1

Wie in den Anmerkungen zu den einzelnen Abschnitten angesprochen, ist in Psalm 1,1 eine Steigerung zu entdecken. Spurgeon schreibt dazu:

„Menschen, die in der Sünde leben, sinken von einer Stufe des Bösen zur anderen. Erst wandelt man nach dem Rat der Gottlosen, die in ihrem Leichtsinn Gottes vergessen, – das Böse wird tatsächlich ausgeübt, aber es ist noch nicht zur Natur geworden; aber darnach wird einem das Schlechte zur Gewohnheit, und man steht nun auf dem Wege der offenbaren Sünder, die in augenfälligen Tatsünden dahinleben und mit Vorsatz Gottes Gebote übertreten; und greift keine höhere Hand ein, so geht die natürliche Entwicklung noch einen Schritt weiter und man wird zum Lästerer und Verführer, der andere mit ruchloser Lehre pestartig ansteckt, und nun sitzt man, da die Spötter sitzen. Diese sind im Laster zu Würden gekommen, sie sind bestallt als echte Doktoren der Verdammnis und stehen als Meister der Verruchtheit bei den Bösen in hohem Ansehen.“

Mir ist außerdem das Aufgreifen von drei unterschiedlichen Bereichen aufgefallen, die hauptsächlich für unseren Lebenswandel bzw. die Sünde verantwortlich sind:

  1. Hören“ auf den Gottlosen. Heute kann man das auch das gelesene Wort und die geschauten Bilder beziehen.
  2. Handeln“ wie die Sünder. Das „Tun“ bzw. „Mitmachen“ wird angesprochen.
  3. Reden“ wie die anderen Gottlosen. Das Gute niedermachen, sich mit Sünde brüsten und andere zu Sünde anstacheln.

Beim letzten Punkt schließt sich der Teufelskreislauf der Sünde: Jemand „verführt“ => Man hört darauf => Man sündigt selbst => Man redet stolz davon und „verführt“ andere.

Anwendung von Psalm 1,1

  1. Ein Gerechter achtet darauf, womit er sein Herz nährt: Ist die Quelle erfrischend und sauber oder dreckig und vergiftet? Er hält sich fern von Ratgebern, die die Sünder verharmlosen…
  2. Ein Gerechter achtet auf seinen Lebensalltag: Er versucht auch „kleine“ und scheinbar unbedeutende Sünden zu vermeiden. Wer nicht einsteigt, kann auch nicht mitfahren…
  3. Ein Gerechter achtet auf die Menschen, mit denen er sich umgibt: Er kann zwar Zeit mit Gottlosen verbringen, aber nicht mit ihnen mitmachen.
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Fußnoten:
  1. „Der Weg der Sünder ist das Leben der Gottlosen“ – Luther in seiner ersten Psalmenvorlesung 1513/15 []
  2. In den Sprüchen finden sich viele nähere Bestimmungen des Spötters: Spr 13,1; 14,6.9; 15,12; 19,28; 21,24 []
  3. „Glücklich ist, wer sich fern hält von denen, die über alles Heilige herziehen.“ []
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Die fehlende Überschrift von Psalm 1

Überschrift Psalm 1

Während die meisten Psalme eine eigene Überschrift haben, fehlt Psalm 1 diese. Warum und welche Folgen hat das, darum geht es in diesem Artikel.

Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Absolom floh“ – so beginnt Psalm 3. Psalm 1 hat dagegen ebenso wie Psalm 2 und wenige andere Psalme keine Überschrift / keinen solchen Titel.

Die naheliegendste Schlussfolgerung ist erstmal, dass man nicht genau weiß, wer der Autor dieses Psalmes ist (ebenso wie bei 47 weiteren Psalmen) und wann in etwa dieser Psalm geschrieben wurde. Obwohl David einen Großteil der Psalme geschrieben hat (genau genommen 50%), kann man nicht einfach annehmen, dass David auch dieses Weisheitslied gedichtet hat. Alle Vermutungen sind spekulativ und schwer zu belegen. Offenbar wollte der Autor des Psalms oder der Herausgeber der Psalmen bei der Zusammenstellung keine Angaben darüber machen.

Thomas von Aquin versucht einen Sinn darin zu sehen:

„Dieser Psalm unterscheidet sich von dem ganzen restlichen Werk: denn es hat keinen Titel, sondern ist sozusagen der Titel des ganzen Werks.“1

Ähnlich auch Spurgeon:

„Wir können diesem Psalm die Überschrift das Vorwort geben, da gewissermaßen der Inhalt des ganzen Psalters darin angezeigt ist. Es liegt dem Psalmisten am Herzen, uns den Weg zu der wahren Glückseligkeit zu lehren und vor dem sicheren Untergang der Sünder zu warnen; und eben dies ist der Gegenstand des ersten Psalms, der so gleichsam als der Text gelten kann, wozu der ganze Psalter die göttliche Predigt bildet.“2

Eine interessante Sichtweise, wie ich finde.

Was denkst du, könnte Psalm 1 die Einleitung zum ganzen Psalter sein?

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Fußnoten:
  1. Thomas von Aquin: Super Psalmo 1, in: „In psalmos Davidis expositio„ []
  2. Schatzkammer Davids, S. 10. []
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Gliederung bzw. Struktur zu Psalm 1

Lieder zu Psalm 1

Die Struktur / Gliederung des Psalms 1 ist recht einfach zu erkennen:

1. Beschreibung des Gerechten (1,1-3)
a) Negativ (1,1)
b) Positiv (1,2)
c) Metaphorisch / bildlich (1,3)
2. Beschreibung des Gottlosen (1,4-5)
3. Abschließende Gegenüberstellung (1,6)

Ich finde solche Strukturen immer sehr hilfreich, um den Text klarer zu sehen…

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Damit man den Text vor Augen hat, hier noch einmal mit Psalm 1:

1. Beschreibung des Gerechten (1,1-3)

a) Negativ (1,1)

1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 

b) Positiv (1,2)

2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 

c) Metaphorisch / bildlich (1,3)

3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

2. Beschreibung des Gottlosen (1,4-5)

4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.  5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

3. Abschließende Gegenüberstellung (1,6)

6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.