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Richter und Retter

Richter, Gericht

Ein Richter in Amerika hatte über eine Anklage zu befinden, für die das Gesetz eine Geldstrafe vorsah. Der Schuldige war in seiner Jugendzeit mit dem Richter befreundet gewesen. Deshalb hoffte er, mit der niedrigsten Strafe davonzukommen, die das Gesetz noch zuließ. Doch er hatte sich geirrt.

Der Richter verhängte die Höchststrafe; und die überstieg die Mittel des Verurteilten bei Weitem. Viele Zuschauer zollten der Unparteilichkeit des Richters ihre Anerkennung. Aber es wurden auch Stimmen laut, die an seiner Herzensgüte zweifelten.

Wie erstaunt waren alle Anwesenden dann, als der Richter plötzlich seinen Platz verließ und den vollen Betrag der Strafe für den Schuldigen auf den Tisch zählte. Er hatte die gerechte Strafe festgelegt und verkündigt; aber er bezahlte sie selbst.

Das Urteil über das Vergehen war gesprochen und die Strafe bezahlt – niemand konnte etwas dagegen einwenden. Der Gerechtigkeit warGenüge geschehen und der Schuldige frei von jeder Last. Wodurch? Nicht durch eigenes Verdienst, sondern durch freie Gnade: Ein Stellvertreter hatte seine Strafe auf sich genommen und für seine Schuld bezahlt.

Genauso handelt Gott: Er kann Sünde nicht einfach übersehen, sondern muss sie verurteilen. Doch wer an den Sohn Gottes glaubt, darf wissen: Am Kreuz von Golgatha hat Christus das gerechte Strafurteil für meine Sünden auf sich genommen. Aus unfassbar großer Liebe zu mir hat Er für meine ganze Schuld bezahlt.

In der Bibel steht im Epheserbrief 1,7-8:

„In Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die Gott uns gegenüber hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht.“

Was ist Gnade? Videoclip

Was ist Gottes Gnade?
Sie ist ein Geschenk.
Und ich kann sie nicht verdienen,
ganz egal, wie viel ich renn‘,
ganz egal wie viel ich tue,
ganz egal, wen ich so kenn‘,
ganz egal wie viele Kerzen
ich anzünd‘ und verbrenn‘,
ganz egal, wie viel ich bete,
ganz egal, wie viel ich faste,
Gott braucht meine Kohle nicht.
Er ist nicht knapp bei Kasse.
Egal wie viel ich tue,
es ist niemals gut genug.
Denn wir sind verfluchte Sünder
Seit dem Tag unserer Geburt.

Doch Jesus schafft die Lösung
Und er nahm auf sich den Fluch.
Nahm meine Strafe auf sich
Und das Opfer war genug.
Wer das im Glauben annimmt
wird in Gottes Augen gut.
Denn er macht ihn gerecht,
der ist gewaschen in dem Blut.
Nicht durch Werke, nur durch Gnade
Aus Glauben — ein Geschenk,
denn Du hast mich erwählt schon
vor Grundlegung der Welt.
Epheser 1,3 — die Schrift allein als Fundament.
Alle Ehre Jesus, den ihr hier represent.

Text: Marco Michalzik
Kamera & Schnitt: Jonas Michalzik

Gottes Gnade kann von uns nicht begrenzt werden

Wir begrenzen Gottes Liebe & Gnade gerne auf die Rechtschaffenen oder Gläubigen. Aber Gott liebt alle Menschen ohne Begrenzung.

Es fällt auf, dass Jesus mit allen gnädig war, außer mit den gnadenlosen Religiösen. Er griff sie an. Kritisierte sie, weil sie die Gnade den Menschen verschlossen.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen. (Matthäus 23,13)

Luther meinte: „So wenig ihr der Sonne ihren Schein über fromme und böse wehren könnt, soviel weniger könnt ihr die Gnade Gottes binden.“

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Gnade kann man nicht verdienen

„Wer sagt, jemand verdiene Gnade, widerspricht sich selbst. Man kann sich Gnade ebenso wenig verdienen, wie eine Überraschungsparty für sich selbst organisieren. So wie die Planung die Überraschung zunichtemacht, macht die Behauptung, man verdiene sie, die Gnade zunichte. Man kann um sie bitten. Man kann um sie betteln. Doch in dem Augenblick, da man glaubt, man hätte sie verdient, handelt es sich nicht mehr um Gnade, sondern um etwas, das man sich erarbeitet hat. Doch Gnade kann man sich nicht erarbeiten. Sich etwas zu erarbeiten, bedeutet, einen Gegenwert zu finden. Doch in Bezug auf die Gnade gibt es keinen Gegenwert. Gnade wird aus einem hoffnungslosen Ungleichgewicht geboren. Gnade bietet das an, was wir gerade nicht verdienen. Daher können wir sie erst erkennen und empfangen, wenn wir verstehen, wie wenig wir sie verdient haben.“

Stanley – Das Geschenk der Gnade, S. 7.

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Der Begriff „Gnade“ in der Bibel

Die Einheitsübersetzung zählt den Begriff „Gnade“ 200x, die Lutherübersetzung (1984) 302x, die rev. Elberfelder Übersetzung 348x und die Schlachterübersetzung 350x.

Die unterschiedlichen Zahlen ergeben sich aus der Bedeutungsvielfalt der hebräischen, sowie griechischen Begriffe für Gnade!

Der wichtigste hebräische Begriff  für „Gnade“ heißt „hesed“ und kommt 245 mal vor. „Hesed“ hat die Bedeutungen von „Liebe, Gunst, Gnade, Güte, Wohlwollen, Barmherzigkeit“. Die Septuaginta (bekannteste griechische Übersetzung des AT), übersetzt „hesed“ systematisch mit „eleos“, was in vielen deutschen Bibeln mit „Barmherzigkeit“ wiedergegeben wird.
Das zweite hebräische Wort für „Gnade“ ist „hen“ und hat die Bedeutungen: 1. Geneigtheit, Gunst, Gnade 2. Anmut, Schönheit. Es kommt im Alten Testament 69 mal vor und wurde im Griechischen mit „charis“ und im Deutschen mit „Gnade“ übersetzt.

Im Neuen Testament (griechisch) ist „charis“ der Hauptbegriff für Gnade. Er kommt 155 mal vor, insbesondere in den paulinischen Briefen. Das Bauer-Wörterbuch zum Neuen Testament gibt folgende Bedeutungen an: 1. Anmut, Lieblichkeit 2. Gunst, Huld, Wohlwollen, gnädige Fürsorge die einer von anderen erfährt oder die einer dem anderen gewährt 3. die Betätigung des Wohlwollens, der Huldbeweis, die Gnadentat, das Gnadenwerk 4. von besonderen Wirkungen der göttlichen Gnade 5. Dank.

Gnade ist also nicht gleich Gnade. Ebenso wie wir ein und dasselbe Wort mit unterschiedlicher Bedeutung gebrauchen, ebenso ist es im Hebräischen und Griechischen gewesen. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass Gnade immer im selben Sinn gebraucht wird.

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Aus Gottes Gnade bin ich, was ich bin!

Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. (1. Korinther 15,10)

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Bildquelle: ERF