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Kirchenmaus und Honigwachskerze (Vorlesgeschichte)

„Kirchenmaus und Honigwachskerze“ ist eine nette Vorlesegeschichte, nicht nur zu Weihnachten:

Es war einmal eine arme Kirchenmaus, die lebte in einer großen, schönen, aber kalten Kirche. Leider gab es hier nur wenig zum Fressen. Deshalb fiel es der kleinen Maus gleich auf, als eines Tages in der Adventszeit ein süßer Honigduft durch die Kirche zog.

„Hm“, schnupperte das Mäuschen. „Woher kommt dieser herrliche Duft?“ Und es folgte seiner Nase. Nicht lange, da stand die Kirchenmaus vor einer großen Honigwachskerze, die zwischen Tannenzweigen aufgestellt war.

„Oh, riechst du gut!“ sagte das Mäuschen.
„Und wie ich erst leuchte!“ erwiderte die Honigwachskerze.

Die Kirchenmaus wunderte sich kurz, dass die Kerze sprechen konnte, dann aber sagte sie „Das würde ich gerne einmal sehen. Ich bin immer nur in der Kirche, wenn keine Lichter mehr brennen.“ So beschloss die Honigwachskerze, dass sie einmal für die Kirchenmaus ganz allein leuchten wollte.

Tatsächlich! Eines Abends nach einem Gottesdienst behielt die Kerze heimlich einen Funken Glut in ihrem Docht, als sie nicht recht ausgeblasen wurde. Als niemand mehr nach ihr sah, fing sie, angefacht durch einen Luftzug, wieder zu brennen an.

Als die arme Kirchenmaus sie so in der großen, dunklen Kirche sah, konnte sie zunächst keinen Ton herausbringen. Noch nie hatte das Mäuschen Kirchenmaus und Honigwachskerze (Vorlesgeschichte) weiterlesen

Wie wir als Christen von „Weihnachten“ sprechen sollten

Von Weihnachten sprechen

Was bedeutet „Weihnachten“?

Was Weihachten ist, wissen sehr viele Menschen  nicht oder es ist ihnen nicht bewusst. Für viele verschwindet die eigentliche Bedeutung im Nebulösen und Nebensächlichen. In einem Artikel „Was ist Weihnachten: Was das Weihnachtsfest für mich bedeutet“ heißt es:

  • „In der Weihnachtszeit genieße ich sehr die Energie der Rauhnächte, mit denen ich mich gerne intensiv befasse, das heißt, ich nehme mir viel Zeit für meine persönliche Innenschau und für die Familie.“
  • „Für mich ist es daher wichtig, Weihnachten bescheiden zu verbringen, sich über Familie oder Freunde zu freuen, selbst ein Geschenk basteln, den Weihnachtsbaum zu schmücken und nicht gestresst und ausgelaugt vom Shopping-Rausch den Glanz dieses schönen Festes zu verpassen.“
  • „Weihnachten ist dafür da, sich und anderen etwas Gutes zu tun.“

Zu Weihnachten machen sich ja auch immer mehr Firmen Gedanken zur Bedeutung des Festes und drehen schöne Videos, wie dieses hier:

Ein süßer Clip, der als Aufhänger gut sein kann, aber nicht wirklich erklärt, was Weihnachten ist. Denn Weihnachten ist mehr als das Fest der Liebe! Es geht um die konkrete einzigartige Liebe Gottes zu uns Menschen!

Sind wir mit daran Schuld?

Kann es sein, dass wir als Christen mit daran Schuld sind, dass der eigentliche Grund von Weihnachten vergessen wird? Ich denke wir tragen dazu bei, in der Art und Weise wie wir von diesem Fest reden.

Weihnachten bezieht sich wie fast alle Feste auf ein Ereignis in der Vergangenheit. Und die Namen der Feste geben im Besten Fall deren Festinhalt wieder. An Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus. Warum können wir dieses Fest dann nicht auch so nennen? Wir Christen sollten viel häufiger vom „Geburtstag von Jesus“ sprechen. Schlicht, einfach und gut. Oder?

Sprache prägt unser Denken. Sprache macht auf Dinge aufmerksam und Dinge bewusst, die sonst untergehen würden. Damit das nicht mit diesem grandiosen Ereignis – der Geburt von Jesus – passiert, lasst uns auch konkret davon reden.

Ich will das in meiner Familie, Gemeinde und in den Gesprächen mit meinen Mitmenschen tun und lade dich auch dazu ein! Ich bin gespannt auf die Reaktionen…

Nur ein Strohhalm (Geschichte zu Weihnachten)

Nur ein Strohhalm – eine Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen…

Nur ein Strohhalm (Geschichte zu Weihnachten)

Die Hirten sind gekommen und dann wieder gegangen. Vielleicht haben sie damals Geschenke mitgebracht, aber gegangen sind sie mit leeren Händen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht ein Hirte, ein ganz junger, doch etwas mitgenommen hat von der Krippe. Ganz fest in der Hand hat er es gehalten. Die anderen haben es erst gar nicht bemerkt. Bis auf einmal einer sagte: „Was hast du denn da in der Hand?“ – „Einen Strohhalm.“ sagte er, „einen Strohhalm aus der Krippe, in der das Kind gelegen hat.“

„Einen Strohhalm!“, lachten die anderen, „das ist ja Abfall! Wirf das Zeug weg.“
Aber er schüttelte nur den Kopf. „Nein“, sagte er „, den behalte ich. Für mich ist er ein Zeichen, ein Zeichen für das Kind.
Jedes mal, wenn ich diesen Strohhalm in der Hand halten werde, dann werde ich mich an das Kinde erinnern und daran, was die Engel von ihm gesagt haben.“

Und wie ist es mit dem kleinen Hirten weitergegangen?
Am nächsten Tag fragten die anderen Hirten ihn. „Und, hast du den Strohhalm immer noch? Ja? Mensch, wirf ihn weg, das ist doch wertloses Zeug!“

Er antwortete: „Nein, das ist nicht wertlos. Jesus Christus hat darauf gelegen.“ – „Ja, und?“ lachten die anderen, “ das Kind ist wertvoll, aber nicht das Stroh.“

Ihr habt Unrecht“, sagte der kleine Hirte, „das Stroh ist schon wertvoll. Worauf hätte das Kind denn sonst liegen sollen, arm wie es ist? Nein, mir zeigt es, dass Gott das Kleine liebt, das Wertlose. Ja, Gott liebt die Kleinen. Die, die nicht viel können, die nichts wert sind.“

Ja, der Strohhalm aus der Krippe war dem kleinen Hirten wichtig. Wieder und wieder nahm er ihn in die Hand, dachte an die Worte der Engel, freute sich darüber, dass Gott die Menschen so lieb hat, dass er so klein wurde wie sie.

Eines Tages aber nahm ihm einer der anderen den Strohhalm weg und sagte wütend. „Du mit deinem Stroh. Du machst mich noch ganz verrückt!“ Und er zerknickte den Halm mehrfach und warf ihn zur Erde.

Der kleine Hirte stand ganz ruhig auf, strich ihn wieder glatt und sagte zu den anderen: „Sieh doch, er ist geblieben, was er war. Ein Strohhalm. Deine ganze Wut hat daran nichts ändern können. Sicher, es ist leicht, einen Strohhalm zu knicken, und du denkst ‚Was ist schon ein Kind, wo wir einen starken Helfer brauchen‘.

Aber ich sage dir: Aus diesem Kind wird ein Mann und der wird nicht tot zu kriegen sein. Er wird die Wut der Menschen aushalten, ertragen und bleiben, was er ist – Gottes Retter für uns. Denn Gottes Liebe ist nicht klein zu kriegen.“

Frei wiedergegeben nach einer Erzählung aus Mexiko

Mehr schöne Weihnachtsgeschichten, die auch etwas mit Weihnachten zu tun haben, findest du hier.

Geschichte zu Weihnachten zum Thema „Weihnachtsgeschenke“

Weihnachtsgeschichte Weihnachtsgeschenke

Auf einer abgelegenen Südseeinsel lauschte ein Schüler aufmerksam der Weihnachtserzählung der Lehrerin, die gerade erklärte: „Die Geschenke an Weihnachten sollen uns an die Liebe Gottes erinnern, der seinen Sohn zu uns auf die Erde gesandt hat, um uns zu erlösen, denn der Gottessohn ist das größte Geschenk für die ganze Menschheit. Aber mit den Geschenken zeigen die Menschen sich auch untereinander, dass sie sich lieben und in Frieden miteinander leben wollen.“

Am Tage vor Weihnachten schenkte der Junge seiner Lehrerin eine Muschel von ausgesuchter Schönheit. Nie zuvor hatte sie etwas Schöneres gesehen, das vom Meer angespült worden war.
„Wo hast du denn diese wunderschöne und kostbare Muschel gefunden?“, fragte sie ihren Schüler.

Der Junge erklärte, dass es nur eine einzige Stelle auf der anderen Seite der Insel gäbe, an der man gelegentlich eine solche Muschel finden könne. Etwa 20 Kilometer entfernt sei eine kleine versteckte Bucht, dort würden manchmal Muscheln dieser Art angespült.

„Sie ist einfach zauberhaft“, sagte die Lehrerin. „Ich werde sie mein Leben lang bewahren und dich darum nie vergessen können. Aber du sollst nicht so weit laufen, nur um mir ein Geschenk zu machen.“
Mit leuchtenden Augen sagte der Junge: „Der lange Weg ist ein Teil des Geschenkes.“

Autor unbekannt

Mehr schöne Weihnachtsgeschichten, die auch etwas mit Weihnachten zu tun haben, findest du hier.

Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht des Engels Gabriel

Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht des Engels Gabriel

Dies ist die Weihnachtsgeschichte aus Sicht des Engels Gabriel:

Nie werde ich den Moment vergessen, für die gesamte Ewigkeit nicht, als ich damals zum Thron Gottes vorgerufen wurde. Der ganze Himmel schien die Luft anzuhalten und für einen Moment zählte Zeit nicht mehr.

Auch als Engel, der regelmäßig im großen Thronsaal für die Aufgaben des Königs bereit stand, konnte ich mich nie an dieses unglaubliche Licht Gottes gewöhnen. Und seine Augen- unvergleichlich an Macht und doch die reine Liebe… nur mit Mühe kann ich jedes mal hineinblicken. Kein Wunder, dass kein Mensch auf Erden ihn je so gesehen hat. Es wäre nicht zu ertragen, er würde es nicht überstehen.

Ich trat also vor, verneigte mich und versuchte, wenigstens kurz, in seine Augen zu blicken. Diese Augen, heute waren sie milder als ich sie je gesehen hatte. Eine Wärme überströmte mich und ich dachte, ich müsste zerspringen. Ich sank auf die Knie und da erklang über mir die göttliche Stimme, sanfter und leiser als sonst. „Es ist so weit. Gehe auf die Erde, Gabriel, und sage Maria, ich werde mein Kind in sie hineinlegen. Sie soll ihn Jesus – Gott ist Retter – nennen, denn er ist der Sohn des Höchsten und er soll die Menschen erretten von ihren falschen Wegen. Wohl denen, die auf ihn hören! Denn er wird den Erdkreis richten und seines Königreichs wird kein Ende sein.“

Die Stimme verstummte und ich wusste, ich musste jetzt aufsehen und antworten. Oh, diese Augen, es schimmerten Tränen darin von Liebe und der unglaublichen Reichweite dieser Worte. Hier trafen sich Himmel und Erde, hier war der Dreh- und Angelpunkt des Universums. Der Sohn Gottes, der die Menschen retten sollte von ihren falschen Wegen. Oh, dass sie auf ihn hören wollten! Und ich sollte dies auf Erden kund tun. Ich sollte dies der aus allen Frauen auserwählten Jungfrau mitteilen.

Ich weiß  nicht und werde nie verstehen, wie ich es schaffte zu antworten. Ich sagte: „Jawohl, Herr König“,  erhob mich und verneigte mich nochmals. Dann drehte ich mich um und verließ den Saal. Die Augen des ganzen Himmels folgten mir. Auf diesen Moment hatten wir seit Anbeginn der Zeiten gewartet.

Einige Augenblicke später trat ich in das Haus ein, in dem Maria wohnte. Da saß sie am Tisch und arbeitete. Eine zarte Person und ganz in Gedanken verloren. Ich begann, noch unter dem Eindruck des eben erlebten: „Sei gegrüßt, Begnadigte! Der Herr ist mit dir!“ Sie erschrak, als sie mich sah.  Das tat mir leid und ich sprach schnell weiter: „Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden; und siehe, du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden…“

Sie fragte natürlich, wie dies geschehen sollte, da sie doch noch keinen Mann gehabt hatte. Ich erklärte: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“ Sie antwortete: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Worte.“ Ich lächelte. Das also war die zukünftige Mutter unseres Königs.

Ich weiß natürlich, dass sie sich riesig freute und direkt zu ihrer Freundin lief, um dieser von allem zu berichten. Und dann hieß es abwarten. Neun lange Monate, und nach einigen davon heiratete Maria auch noch den Zimmermann Joseph. So war das Baby auch versorgt.

Aber dann befahl Kaiser Augustus eine Volkszählung und sie mussten dafür nach Bethlehem reisen. Fast schien es, als würden sie dort keine Unterkunft finden. Alle Herbergen waren wegen der Volkszählung bereits überfüllt. Wo nur sollte sie das Kind zur Welt bringen? Ach, gab es wirklich keinen anderen Platz für den Sohn Gottes als in einem Stall? Doch genau dort kam er zur Welt, nur schien es ihm nichts auszumachen. Denn da waren die Arme Marias, die ihn an sich drückte. Was war da los im Himmel! Gott stand auf  und nie haben wir Engel ihn lauter gepriesen.

Der Engel des Herrn selbst winkte uns und wir folgten ihm zur Erde. Wir alle wollten das Kind sehen!!! Ich bin sicher, im Stall spürten sie die himmlische Gegenwart. Was für ein süüüüüüßes Kind! Gerade legte Maria ihn in die Krippe. Ein Engel schubste den anderen weiter. Wir waren völlig außer uns. Jemandem mussten wir es mitteilen!

Der Engel des Herrn fand einige Hirten, die in derselben Gegend auf dem Felde des Nachts ihre Herde hüteten. Seine Klarheit leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Aber er sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet das Kind finden in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“

Dazu erschien unsere ganze Menge der himmlischen Heerscharen, wir lobten Gott mit den Worten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Dann fuhren wir wieder zum Himmel, um dort weiterzufeiern. Die Hirten aber sagten zueinander: „Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“

Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.  Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Die wunderbare Maria jedoch behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Ja, das werde ich und das wird der Himmel nie vergessen.

Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht des Engels Gabriel wurde ursprünglich verfasst von christlicheperlen.

Mehr schöne Weihnachtsgeschichten findest du hier.

Der unliebsame Geburtstag

Der unliebsame Geburtstag

Weihnachten ist für viele Menschen wie ein Geburtstag, zu dem man eingeladen ist, aber zu dem man eigentlich nicht unbedingt erscheinen möchte. Kennen Sie das? Aufgrund des guten Essens und einigen geladenen Personen auf dem Geburtstag würde man einerseits schon gerne hingehen. Doch auf der anderen Seite müssen vielleicht Dinge vorbereitet werden und einigen anderen Menschen dort möchte man gar nicht so gern begegnen. Schließlich sind Geburtstage ja auch irgendwie anstrengend. So ist es auch mit Weihnachten. Einerseits gibt es viel Schönes, aber andererseits auch einiges, das uns nicht zusagt.

Dies alles ändert sich, wenn man eine sehr gute Beziehung zu dem Geburtstagskind hat. Wenn zum Beispiel die eigenen Kinder Geburtstag haben, dann freut man sich normalerweise und möchte diesen auch gerne (mit)feiern. Auch wenn es manchmal viel Arbeit bedeutet. Ich freue mich zum Beispiel schon riesig auf den ersten Geburtstag meiner Tochter! Es kommt auf die Beziehung zum Geburtstagskind an.

Weihnachten ist das Geburtsfest von Jesus aus Nazareth. Er ist das Geburtstagskind. Zu seiner Ehre wurde ursprünglich das Weihnachtsfest gefeiert. Wenn wir keine sehr gute Beziehung zu Jesus haben, kann Weihnachten schnell fade und leer werden. Dann entscheiden Geschenke, Atmosphäre und Gemeinschaft über die Qualität des Weihnachtsfests. Das ist doch auch verständlich. Wenn man mit Jesus nichts oder nicht viel anfangen kann, dann muss man sich an anderen Dingen, als an seiner Geburt, erfreuen. Doch falls Jesus zu unserem persönlichen Lebensretter wird, ändert es sich schlagartig. Man freut sich an seiner Geburt, weil damit begann, was den Lauf der Geschichte und das eigene Leben total veränderte. An der Beziehung zu Jesus entscheidet sich die Freude über Weihnachten.

Stellen Sie sich einmal vor, lieber Leser, Sie würden einen Geburtstag groß feiern wollen und viele Menschen einladen. Sie würden ihnen eine große Freude machen wollen und es sich viel kosten lassen. Doch als dann Ihr Geburtstag kommt, feiert kaum jemand mit Ihnen. Merkwürdigerweise treffen sich die meisten Gäste nur untereinander. Sie feiern und machen sich Geschenke. Und Sie stehen zutiefst traurig und enttäuscht da. So viel, was Sie vorbereitet haben und womit Sie andere erfreuen wollten, wird nicht in Anspruch genommen. So muss sich Jesus fühlen. Die Menschen feiern, aber nicht seinen Geburtstag und das auch noch ohne ihn…

Ich wünsche Ihnen eine Geburtstagsfeier mit dem Geburtstagskind. Besuchen Sie einen Gottesdienst und stellen Sie durch das Gebet eine gute Beziehung zum Geburtstagskind her, damit sie voller Freude mitfeiern können!

Die drei Bäume – eine Vorlesegeschichte zu Weihnachten

Die drei Bäume - eine Vorlesgeschichte zu Weihnachten

Es waren einmal drei kleine Bäume. Sie wuchsen oben auf einem Hügel. Jeder Baum hatte einen ganz besonderen Wunsch, was aus ihm einmal werden sollte, wenn er groß war.

Der erste Baum schaute nachts zum Himmel hinauf und sah all die vielen Sterne, die wie Diamanten funkelten. „Ich wünsche mir, dass aus meinem Holz einmal eine wunderschöne Schatzkiste gemacht wird. Sie soll mit Gold verziert sein, und viele wertvolle Edelsteine sollen darin liegen. Dann werde ich die schönste Schatzkiste der Welt sein.“

Der zweite Baum sah den plätschernden Bach, der sich auf seinem Weg zum Meer durch den Wald schlängelte. „Wenn ich einmal groß bin“, träumte er, „soll aus meinem Holz ein gewaltiges Schiff gebaut werden. Ich möchte über weite Meere fahren und im Dienst mächtiger Könige stehen.“

Der dritte Baum schaute hinunter ins Tal. Dort wohnten viele Menschen in einer großen Stadt; sie arbeiteten von früh bis spät. „Ich möchte für immer auf diesem Hügel stehen bleiben und ein großer Baum werden“, träumte er. „Wenn die Menschen dann zu mir hochschauen, werden sie den Himmel sehen, und sie werden an Gott, den Schöpfer aller Dinge, denken. Deshalb möchte ich der größte Baum der ganzen Welt werden!“

Viele Jahre vergingen. Auf Regen folgte Sonnenschein, und aus den kleinen Bäumen wurden große Bäume. Eines Tages stiegen drei Holzfäller den Hügel herauf. Jeder trug eine blitzende Axt in der Hand.
Der erste Holzfäller schaute sich den ersten Baum an und meinte dann: „Einen so schönen Baum kann ich gut gebrauchen!“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den ersten Baum. „Jetzt machen sie bestimmt eine wunderschöne Truhe aus mir“, freute sich der Baum. „Dann werde ich einen wertvollen Schatz aufbewahren.“

Der zweite Holzfäller schaute sich den zweiten Baum an und meinte dann: „Einen so starken Baum kann ich gut gebrauchen!“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den zweiten Baum. „Jetzt bauen sie bestimmt ein großes und gewaltiges Schiff aus mir“, freute sich der zweite Baum. „Dann werden mächtige Könige mit mir über die Meere fahren.“

Dem dritten Baum wurde es angst und bange, als der dritte Holzfäller ihn ansah. Kerzengerade und hochgewachsen ragte er zum Himmel empor. Doch der Holzfäller überlegte nicht lange und murmelte bloß: „Ich kann jeden Baum gebrauchen.“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den dritten Baum.

Der erste Baum jubelte, als der Holzfäller ihn in eine Schreinerwerkstatt brachte. Doch welche Enttäuschung! Der Schreiner nahm das Holz des einst so schönen Baumes und machte daraus eine ganz normale Futterkrippe. Sie wurde auch nicht vergoldet, und es kamen auch keine Edelsteine hinein. Stattdessen war sie mit Sägemehl bedeckt, und dann wurde sie mit Heu gefüllt – für die Tiere im Stall.

Der zweite Baum lächelte zufrieden, als der Holzfäller ihn zu einem Schiffsbauer brachte. Doch welche Enttäuschung! Es wurde gar kein stolzes Schiff aus ihm gebaut, sondern nur ein einfaches Fischerboot – viel zu klein und zu schwach, um über große Flüsse und Meere zu fahren. Als es fertig war, brachte man das Boot an einen kleinen See, wo ärmliche Fischer Tag für Tag damit zum Fischfang ausfuhren.

Der dritte Baum war traurig, als der Holzfäller ihn zersägte und die dicken Balken in ein Holzlager brachte. „Ich verstehe das nicht!“, jammerte der Baum, der einst so groß gewesen war. „Ich wollte doch so gern auf dem Hügel stehen und die Menschen an Gott erinnern!“
Viele Tage und viele Nächte vergingen. Die drei Bäume hatten ihre Träume fast schon vergessen.

Doch eines Nachts legte eine junge Frau ihr neugeborenes Kind in die Futterkrippe, die aus dem ersten Baum gezimmert worden war. „Ach, Maria, hätten wir doch nur eine richtige Wiege für das Kind!“ seufzte ihr Mann. Aber die Frau nahm seine Hand und lächelte, als das goldene Licht der Sterne auf das glatte, derbe Holz fiel. „Aber Josef, diese Krippe ist doch wunderschön“, flüsterte sie. Und mit einem Mal wusste der erste Baum, dass der wertvollste Schatz der ganzen Welt in ihm lag.

Auch der zweite Baum erlebte eine Überraschung. Eines Abends stieg ein müder Wanderer mit seinen Freunden in das alte Fischerboot. Er legte sich gleich nieder und schlief ein, während das Schiff hinausfuhr auf den See. Doch plötzlich kam ein gewaltiger Sturm auf. Das kleine Boot erzitterte. Es wusste, dass es nicht stark genug war, um so viele Menschen sicher durch Wind und Wellen zu tragen. Schließlich erwachte der Mann. Er stand auf, streckte seine Hand aus und befahl dem Wind, sich zu legen. Da verstummte der Sturm so schnell, wie er gekommen war. Plötzlich wusste der zweite Baum, dass er den König des Himmels und der Erde an Bord trug.

An einem Freitagmorgen schreckte der dritte Baum hoch: Mit einem kräftigen Ruck wurde ein Balken aus dem vergessenen Holzstapel herausgezogen. Jemand trug ihn mitten durch eine laute, aufgeregte Menschenmenge einen Hügel hinauf. Er zuckte zusammen, denn Soldaten nagelten die Hände und Füße eines Mannes auf ihm fest. Hässlich und grausam kam er sich vor. Doch als am Sonntagmorgen die Sonne aufging, wusste der dritte Baum mit einem Mal, dass sein alter Traum in Erfüllung gegangen war. Das Kreuz, das man aus seinem Holz gefertigt hatte, zeigte den Menschen den Weg zu Gott.

So erfüllte sich der Wunsch der drei Bäume doch noch: Der erste Baum war tatsächlich zu einer wertvollen Schatztruhe geworden, die den wertvollsten aller Schätze in sich trug: Gottes Sohn ist als Kind in einer Krippe zur Welt gekommen. Der zweite Baum hatte tatsächlich den mächtigsten aller Könige an Bord gehabt: Jesus bewies in dem kleinen Boot seine Macht über Wind und Wellen. Und auch der Wunsch des dritten Baumes war in Erfüllung gegangen: Jedes Mal, wenn die Menschen das Kreuz anschauen, erinnern sie sich daran, wie sehr Gott die Menschen liebt.
Und das ist besser, als die schönste Schatzkiste, das stolzeste Schiff oder der größte Baum der Welt zu sein.

(Verfasser unbekannt)