„Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll

„Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll

Arbeitsmoral

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick. Und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick.

Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach einer Zigarettenschachtel angelt; aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt aber in die Hand gelegt und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig durch ein Gespräch zu überbrücken versucht. „Sie werden heute einen guten Fang machen. “ Kopfschütteln des Fischers. „Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist. Kopfnicken des Fischers. „Sie werden also nicht ausfahren?“ Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpasste Gelegenheit. „Oh, Sie fühlen sich nicht wohl?“

Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. „Ich fühle mich großartig“ sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“ Er steht auf, reckt sich, als wolle er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. „Ich fühle mich phantastisch. “
Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: „Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“ Die Antwort kommt prompt und knapp. „Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin. “ „War der Fang gut?“ „Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen…“

Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis. „Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern. „Rauchen Sie eine von meinen? ?“ “ Ja, danke“. Zigaretten werden in die Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen. „Ich will mich Ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen – stellen Sie sich das mal vor. “
Der Fischer nickt. „Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“

Der Fischer schüttelt den Kopf. „Sie würden sich spätestens in einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten und dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden… „, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisungen geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann…“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache.

Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. „Und dann sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. „Was dann?“ fragt er leise. „Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“ „,Aber das tu‘ ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“ Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

Die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll stammt aus: Heinrich Böll, Werke, Band: Romane und Erzählungen 4

  • Was lernen wir aus der „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“?
  • Wozu arbeiten wir? Wir leben zu Gottes Ehre. Arbeiten wir auch im Großen und im Kleinen zu Gottes Ehre?
  • Geht uns unterwegs das eigentliche Ziel verloren?

Worauf wir aus Liebe zu Flüchtlingen achten könnten

Im Umgang mit Flüchtlingen sollte man auf einiges achten, das uns vielleicht fremd ist. Das folgende Video gibt sehr wertvolle Tipps zum Umgang mit unseren neuen Nachbarn (generell Muslimen und Flüchtlingen):

Es gibt Infos und Tipps zu

  • was man mitbringen kann
  • wie man sich begrüßt
  • welche Sitzordnung angemessen ist
  • wie man sich am Besten kleidet
  • wann man die eingeladenen Gäste erwarten kann

Manches davon sollte man auch in unserer Kultur so handhaben  😉

Wer Gott liebt, sollte auch die Flüchtlinge in der Nachbarschaft lieben!

Kommentar zu Philemon 1-3 [Studium des Philemonbriefs]

Philemon 1-3

Ich studiere zur Zeit mit einer Whatsappgruppe den Philemonbrief. In diesem Artikel halte ich meine Beobachtungen und Gedanken zu den ersten drei Versen (Philemon 1-3) fest. Vielleicht sind sie dir beim Studium des Philemonbriefs behilflich. Ich würde mich aber auch über Ergänzungen durch Kommentare freuen!

Eine eigene wörtliche Übersetzung von Philemon 1-3

1 Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus der Bruder, an Philemon dem Geliebten und unserem Mitarbeiter, 2 und an Aphia, die Schwester, und Archippus unseren Mitsoldat, und an die Versammlung in deinem Hause. 3 Gnade euch und Friede von Gott, von unserem Vater und Herrn Jesus Christus.

Beobachtungen & Gedanken zu Philemon 1

Paulus, ein Gefangener Christi Jesu

  • Paulus ist den meisten aus seinen zahlreichen Briefen und aus der Apostelgeschichte bekannt. Seine Geschichte (vom Saulus zum Apostelmissionar) soll hier nicht nachgezeichnet werden.
  • Paulus stellt sich sonst meinst mit „ein Apostel Christi Jesu“ oder „Knecht/Sklave Christi Jesu“ vor.
    • Paulus stellt sich hier nicht autoritativ als Apostel vor, weil er schon hier seinem Vorhaben nicht entgegenwirken will, nicht etwas anzuordnen, sondern um einen Gefallen zu bitten (V. 8-9 & 14).
    • Mir ist aufgefallen, dass dies der einzige Brief ist, in dem Paulus sich als Gefangener vorstellt.
    • Paulus nennt sich sicher nicht Gefangener, um nur auf seine momentane Lage hinzuweisen. Gefangene wurden häufig zu Sklaven gemacht. Vielleicht will Paulus diese entgegengesetzte Entwicklung andeuten.
    • Warum Paulus sich selbst nicht als Sklave Christi vorstellt (wie in Röm 1,1 und Tit 1,1), habe ich noch nicht ganz durchschaut. Würde er sich damit zu sehr auf Onesimus Seite schlagen?
  • Wird Paulus von Jesus Christus gefangen gehalten? Nicht im wörtlichen, aber im übertragenen Sinn könnte man das vielleicht sagen. Er ist nicht gefangener des römischen Kaisers, sondern Gefangener Jesu und sein Eigentum (vgl. 1Kor 6,20; 1Petr 1,18-19). Doch gemeint ist sicher, dass Paulus aufgrund (des Glaubens und der Verkündigung) von Jesus Christus ein Gefangener ist (vgl. Vers 13).
  • Wegen zahlreicher Hinweise im Kolosserbrief, kann man davon ausgehen, dass Paulus die beiden Briefe zusammen übermitteln ließ und damit etwa zur selben Zeit schrieb. Es wäre spannend die Bezüge zueinander zu erforschen.
  • Wo war Paulus gefangen? Aufgrund der Nähe zum Kolosserbrief kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Paulus den Brief aus der Gefangenschaft in Rom schrieb (ca. 60-62 n.Chr.). Zu den Umständen seiner Untersuchungshaft in Rom siehe Apg 28.

und Timotheus der Bruder

  • Timotheus war ein Jünger von Paulus. Hier gibt es einige biographische Informationen zu ihm.
  • Obwohl Timotheus hier erwähnt wird, schreibt Paulus doch als Hauptautor diesen Brief – vergleiche immer die erste Person Singular ab Vers 4.
  • Warum wird er dann aber erwähnt? Auf jeden Fall nicht nur, um zu grüßen (dann könnte er in Vers 23-24 eingereiht werden).  Man kann relativ sicher davon ausgehen, dass Philemon den Timotheus auch  in Ephesus kennen gelernt hat und Timotheus bei Paulus war, als dieser diesen Brief schrieb. Vielleicht hat Timotheus den Brief sogar von Paulus diktiert bekommen und nur Vers 19 wurde von Paulus eigenhändig geschrieben? Darüber hinaus kann ich mir aber auch vorstellen, dass Paulus Timotheus als Jünger (oder vll. sogar als Nachfolger) bekannt(er) gemacht werden soll.
  • Die nähere Beschreibung als Bruder fällt auf. Er bekommt keinen erhöhenden Titel, sondern den Ehrentitel „Bruder“, mit dem im Laufe des Briefes Paulus auch Philemon, sich selbst und sogar Onesimus bezeichnet.

an Philemon dem Geliebten und unserem Mitarbeiter

  • Was wir alles über Philemon wissen, will ich in einem anderen Artikel aufzählen. Sein Name bedeutet „der Freundliche“. Interessanterweise taucht Philemon nur hier im Philemonbrief auf und Vers 1 enthält die einzige Namenserwähnung.
  • Paulus richtet diesen Brief hauptsächlich an Philemon, auch wenn in Vers 2 noch weitere Empfänger genannt werden. Dies ist am Hauptinhalt (ab Vers 4) deutlich zu erkennen.
  • Paulus steht in enger Freundschaft zu Philemon. Er wird wie damals in Privatbriefen üblich als „Geliebter“ (nicht im Sinn von Liebhaber) angeschrieben. Manche Übersetzungen haben „den Lieben“, als ob Philemon so lieb sei. Gemeint ist aber, dass Philemon (von Paulus & von Gott) geliebt ist! Wissen wir, dass wir Geliebte sind?
  • „unser Mitarbeiter“ ist eine zweite nähere Beschreibung des Empfängers. Welchen Dienst des Philemon Paulus damit anspricht, bleibt unklar. Bestimmt hat es etwas mit der „Gemeinde“ zu tun, die sich in seinem Haus trifft (V. 3). Doch wen meint Paulus mit „uns“? Außerdem spricht Paulus in Vers 7 von der Mitarbeit des Philemon: Die Heiligen wurden durch ihn „erquickt“. Leider wird auch hier der Dienst nicht klar benannt.

Philemonstudium

Beobachtungen & Gedanken zu Philemon 2

und an Aphia, die Schwester

  • Aphia wird wie Philemon nur in diesem Brief das einzige Mal in Vers 1 erwähnt. Der Name Aphia bedeutet „die Produktive / die Fruchtbare“.
  • Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Aphia keine Mitarbeiterin des Paulus (ihr wird kein solches Attribut verliehen, wie z.B. Phöbe in Röm 16,1), sondern Philemons Schwester oder noch wahrscheinlicher seine Ehefrau war. Dafür sprechen 1. die namentliche Nähe zu Philemon – sonst wäre sicher Archippus zuerst und dann Apphia erwähnt werden. 2. Die Handschriften u.a. des Mehrheitstextes haben die Hinzufügung „die Geliebte“ – auch dies rückt sie zu Philemon zusammen. Wir würden heute sagen „Liebe [Ehefrauname] und lieber [Ehemannname]…“. 3. Die alten Kirchenväter (wie z.B. Johannes Chrysostomos) nennen Aphia die Ehefrau des Philemon.
  • Warum hat Paulus auch Aphia angeschrieben? Sicher weil sie als Hausherren die Entscheidung über den Haussklaven Onesimus mittragen musste.
  • Apphia soll nach kirchlicher Tradition wie Philemon das Martyrium unter Kaiser Nero erlitten haben. Sie soll sich gemeinsam mit Philemon, Archippos und Onesimus geweigert haben, an einem Opferkult teilzunehmen. Daraufhin wurden sie vom Statthalter Artokles zum Tod verurteilt. Appha und Philemon wurden gesteinigt.

und Archippus unseren Mitsoldat,

  • Archippus wird hier in Philemon 2 und im Kolosserbrief 4,17 erwähnt. Sein griechischer Name bedeutet „Herr über die Pferde“.
  • Paulus nennt Archippus „Mitsoldat“ oder „Mitstreiter / Mitarbeiter / Streitgenosse“.  Auch nach Kolosser 4,17 hatte Archippus einen Dienst / ein Amt in Kolossä oder der Umgebung. Darüber hinaus kann nur spekuliert werden: War er für die Gemeinde in Kolossä als Ältester zuständig? Oder stand er wie manche kirchlichen Traditionen behaupten, wie ein Bischof regional in Verantwortung? Wir wissen es nicht.
  • Spätestens hier wird klar, dass dies kein reiner Privatbrief ist. Der Konflikt um Onesimus ist so wie jeder Konflikt und jede Sünde keine Privatsache, sondern zieht seine Kreise. Konflikte haben immer Folgen für die Familie, Gemeinde und die Gesellschaft.
  • Warum wird Archippus einbezogen? Sollte er Philemon in eine bestimmte Richtung beeinflussen? Vielleicht sollte er einfach von Paulus weisem Umgang mit solch einem Konfliktfall lernen? Wie wäre es den Brief mit Archippus Augen zu lesen?

und an die Versammlung in deinem Hause.

  • Zuletzt wird auch die „Hausgemeinde“ als Empfänger des Briefes aufgelistet. Mit dem griechischen Wort „ekklesia“ kann eine Gruppe von Christen gemeint sein, die sich regelmäßig in einem Haus versammelt, d.h. eine Hausgemeinde als Teil der gesamten Gemeinde in einer größeren Stadt vgl. Röm 16,5; 1Kor 16,19 und Kol 4,15 . Diese Bedeutung des Wortes „Gemeinde“ ist hier am wahrscheinlichsten.
  • Sollte der Brief in der ganzen Gemeinde vorgelesen werden? Das wird Paulus hier bezwecken wollen. Alle sollen das Thema besprechen. Annahme und Vergebung sollen von allen gelernt werden.
  • Die ersten drei Jahrhunderte trafen sich Christen ausschließlich in geräumigen Privathäusern oder in öffentlichen Gebäuden. Die Gemeinden des NT besaßen keine Gemeindehäuser oder Kirchen. Sind wir bereit unser Haus für unsere Geschwister zu öffnen?
  • Philemon war offensichtlich wohlhabend und mutig bekennender Christ. Er stand durch das Angebot seines Privathauses öffentlich zu seinem Glauben und das konnte damals gefährlich werden. Aber der anderen Seite war es sicher eine Ermutigung für die anderen Gläubigen.

 

Beobachtungen & Gedanken zu Philemon 3

Dieser Gruß ist uns auch aus anderen Briefen bekannt (wörtlich identisch mit Röm 1,7 und Eph 1,2), doch wir sollten ihn nicht leichtfertig überlesen, sondern den Inhalt beachten.

Gnade euch

  • „Gnade“ ist das Wohlwollen, die Freundlichkeit oder die Gunst welche Gott den Menschen oder die Menschen sich untereinander gewähren. Was Gnade ist, lernen wir am Besten an der Person und dem Wirken von Jesus: Johannes 1,14-17.
  • Paulus wünscht Gnade – das ist die Grundvoraussetzung für die Wiederherstellung einer Beziehung in einem Konflikt. Gerechtigkeit allein (ohne Liebe) macht eine Beziehung nach der anderen kaputt.

und Friede

  • Mit „Frieden“ wird der Zustand des Friedens im Gegensatz zum Kriegszustand gemeint. In Bezug zwischen Personen kann man auch mit „Harmonie“ und „Eintracht“ übersetzen.
  • Paulus wünscht den Zustand des friedlichen Zusammenlebens und des gelösten Konflikts. Wie schön ist das, wenn Menschen sich wieder versöhnen!

von Gott

  • Gnade und Frieden sind kein Produkt menschlicher Anstrengung, sondern werden von Gott geschenkt. Gott ist der Geber aller guten Gaben – auch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Wohin wenden wir uns in Konflikten?
  • Der Gruß kann auch als Gebet verstanden werden: Ich wünsche euch Gnade und Frieden = ich bitte Gott um Gnade und Frieden für euch!

von unserem Vater

  • Dass Gott unser Vater ist, hat uns vor allem unser Herr Jesus gelehrt. Durch Jesus werden wir mit Gott versöhnt und Kinder Gottes!
  • Diese Beziehung zu Gott verändert auch unsere menschlichen Beziehungen: Wir werden Geschwister! Die Wahrnehmung der veränderten Beziehung untereinander ist im Philemonbrief bedeutend (z.B. V. 16-17).

und Herrn Jesus Christus.

  • Gnade und Frieden werden von Gott allein durch den Herrn Jesus Christus geschenkt. Es gibt keinen anderen Weg.
  • Jesus wird als Herr (göttlicher Titel) und Christus (Messias / Erlöser) näher beschrieben. Diese Titel, an die wir uns so leicht gewöhnen, sind elementar für die Beziehung in der wir zu Jesus stehen sollten: Ist er dein Bestimmer oder bist du dein eigener Herr? Hilfst du dir selbst oder ist Jesus deine Hoffnung?

Zusammenfassende Gedanken und anregende Fragen zu Philemon 1-3

  1. Paulus beginnt seinen Brief an Philemon freundlich und wertschätzend. Er schreibt nicht von oben herab, sondern demütig. Wie treten wir anderen gegenüber auf? Wie sehr schätzen wir unser Gegenüber?
  2. Der Brief richtet sich zwar in erster Linie an Philemon, doch weil es keine Privatangelegenheit ist, sollen auch andere diesen Brief lesen und von ihm lernen. Wissen wir, dass alle Konflikte große Kreise ziehen und nicht nur als Privatangelegenheiten gelöst werden? Beziehen wir Menschen in die Konfliktlösung mit ein? Nehmen wir unsere Verantwortung als Beteiligte wahr?
  3. Paulus wünscht Philemon und allen Beteiligten, dass Gott ihnen durch gegenseitige Barmherzigkeit, zu der der Brief beitragen will, zu einem Zustand des Friedens verhelfe. Wissen wir um unsere Abhängigkeit von Gott? Wie viel Gnade haben wir erfahren? Streben wir nach Frieden?

Stand / zuletzt überarbeitet am: 17.06.2016

Poetry Slam „Immer für dich“ von Sarah Marieto

Immer für dich

Heute ein sehr ermutigender Poetry Slam: „Immer für dich“ von Sarah Marieto – zum Thema Angst, Sorgen und Schwachheit…

Sie schreibt zu „Immer für dich“:

Wie auch die anderen Texte, hat dieser eine eigene Geschichte. Die Worte kommen nicht von irgendwo, denn ich weiß nur zu gut wie sehr Ängste und Selbstzweifel einen niedermachen können. Das Gefühl, etwas nicht bewältigen zu können, ständige Sorgen und „Was wenn`s“, die im Kopf umhergeistern sind mir bekannt und ich bin sicher, dass ich damit nicht alleine bin.
Jeder kennt das bedrückende Gefühl, einer Situation nicht gewachsen zu sein, nicht auszureichen.

Ich habe gelesen, dass die meisten Deutschen Angst vor Naturkatastrophen und Terrorismus haben, und davor, ein Pflegefall im Alter zu werden. Dinge, die wir nicht beeinflussen können machen uns Angst, und diese Angst kann lähmend sein – was können wir schon tun?
Meine Generation ist von Zukunftsängsten geprägt, so heißt es. Die Medien überschlagen sich mit Krisenmeldungen, und immer öfter wird uns in diesen Tagen wohl klar: Die Welt ist ein klein wenig zu groß, um sie zu kontrollieren, und ein klein wenig zu unberechenbar, um sich jemals 100% sicher zu fühlen.

Aber ist nicht genau das unser Privileg, als Christen? Das blinde Vertrauen in Gott, das wir haben dürfen? 365 Formulierungen stecken in der Bibel, die alle dieselbe Botschaft haben: „Fürchte dich nicht! Hab keine Angst!“.
365, eine für jeden Tag des Jahres – 365 Versprechen, dass wir bei ihm gut aufgehoben sind.

Das ist wundervoll, und verheißungsvoll, aber gleichzeitig machte es mir lange ein furchtbar schlechtes Gewissen. Denn wenn Gott sagt: „Fürchte dich nicht!“, bin ich dann nicht ein schrecklicher Christ, wenn mich trotzdem immer wieder Panik überwältigt? Heißt das, ich habe kein Gottvertrauen, oder gar, dass ich gar nicht wirklich glaube?
Lange habe ich mich nicht getraut diese Ängste zuzugeben, aus Furcht davor, verurteilt zu werden.
Angst davor, Angst zuzugeben!
Dabei ist Angst zu haben wohl eine der menschlichsten Sachen, und nichts, wofür wir uns schämen bräuchten. In diesem Video nehme ich Jesus als Beispiel, denn wenn sogar er sich fürchtete, dann ist dieses Gefühl für uns ganz unumgänglich – ja, sogar notwendig, gut und richtig!

Angst, Sorgen und Verzweiflung zeigen uns immer wieder das auf, was wir manchmal vergessen:
Nie wurde von uns erwartet, unser Leben alleine zu stemmen, mit dieser Welt alleine fertig zu werden, und uns ständig selbst zu helfen. Du musst und darfst deine Furcht oder deine Zweifel nicht in dich hineinfressen, aus Angst sie könnten falsch sein. Lass sie raus, gib sie ab!
Du kannst Gott nie enttäuschen, denn das würde ja bedeuten, er hätte was „besseres“ von dir erwartet. Gott hat dich erschaffen, er ist allwissend und er kennt dich genauso in- und auswendig, wie er diese Welt kennt. Er verurteilt Ängste nicht, aber hilft, sie zu bekämpfen so gut es eben geht.
Für ihn ist diese Welt nicht zu groß, und nicht zu unberechenbar, er steht über allem und freut sich wenn wir erkennen, dass wir ihn brauchen – auch wenn es ihm das Herz bricht, dass wir in dieser Welt um Angst wohl nie herumkommen werden.
Ich möchte dich heute ermutigen, mit den Dingen die dir zu groß scheinen abzuschließen. Akzeptiere, dass du nicht perfekt bist, dass du das nicht alleine schaffst. Und nimm seine Gnade an, sein einzigartiges, geniales Geschenk: Dir kann hier nichts und niemand etwas anhaben – alles was es wert wäre, dir Angst zu machen, hat er damals am Kreuz bereits aus der Welt geschafft. Halleluja!

Immer für dich!

Wir Christen sind selbst schuld

Wir Christen sind selber schuld

»Mehr als die Hälfte aller Deutschen hat null Ahnung, was Pfingsten bedeutet … Die Kirchen sind selbst schuld, wenn christliche Feiertage nur noch als Ausflugstage erlebt werden. Wer sein „Produkt“ so schlecht verkauft, verdient nichts Besseres. Wenn offizielle Kirchenbotschaften oft wie Parteiprogramme klingen, dann, liebe Christen: Lebt ihr wenigstens euren Glauben offensiv in der Familie, am Arbeitsplatz!«

Peter Hahne in der „Bild am Sonntag“ (15.5.2016)

Wie sich unsere Beziehung zur Gemeinde entwickelt

Eltern

Irgendwie kam ich zu dieser vergleichbaren Entwicklung der Beziehung zu den Eltern und der Beziehung zur Gemeinde:

  1. Ein kleines Kind braucht die Eltern. Es will nicht allein, sondern möglichst immer bei den Eltern sein. Es ist glücklich, wenn es bei Ihnen sein darf. Als wir zum Glauben kamen und junge Christen waren, waren wir ebenso glücklich und zufrieden mit der örtlichen Gemeinde. Wir genossen die Gemeinschaft und hatten Sehnsucht danach mehr Zeit miteinander zu verbringen…
  2. Wenn ein Kind größer wird, wird es selbstständiger und meint die Eltern nicht mehr so sehr zu brauchen. Es kann vieles allein, merkt aber doch, dass es ganz nützlich ist, Eltern zu haben.  Mit den Jahren werden wir auch im Glaubensleben selbstständiger und lösen uns von der Gemeinde. Sie ist hilfreich, aber wir könnte auch allein zurechtkommen.
  3. Teenys und Jugendliche treiben es auf die Spitze und sind oft undankbar, kritisch, ja sogar abneigend und aufständisch gegenüber ihren Eltern. Mit der geistlichen Pubertät treten auch im Leben vieler Christen ähnliche Verhaltensweisen auf: Sie sind gegenüber der Gemeinde undankbar, kritisch, abneigend und aufständisch.
  4. Erst im Erwachsenenalter mit einer gewissen Reife setzt (hoffentlich) tiefe Dankbarkeit und bedingungslose Liebe gegenüber den Eltern ein. So sieht es auch im Leben eines Christen in Bezug zu seiner Gemeinde aus. Tiefe Dankbarkeit und Liebe setzen einige Erkenntnis und Erfahrungen voraus. Z. B. beim Begleiten anderer Christen fällt einem hoffentlich auf, wie viel Geduld und Mühe andere mit einem selbst hatten…

Was denkst du über diese Entwicklungen in der Beziehung zu den Eltern und in der Gemeinde?

Vielleicht prüfst du, wo du gerade stehst?

Auf dem Weg Gott von ganzem Herzen zu lieben

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