Christen und Halloween

Halloween und Christen

Halloween ist ein Fest, bei dem für viele Menschen die Aufregung in Erwartung des dunkelsten, gruseligsten Feiertags des Jahres wächst. Die Einzelhändler freuen sich auch, weil sie ein großes Plus durch Verkauf von  Dekorationen, Kostümen, Süßigkeiten und Grußkarten erhalten. Halloween wird allein in Amerika dieses Jahr ungefähr $8 Billionen bringen.

Viele Christen weigern sich an Halloween teilzunehmen. Einige sind skeptisch gegenüber den heidnischen Ursprüngen; andere wegen der dunklen, grauenhaften Bildern und sind besorgt um die Sicherheit ihrer Kinder. Aber einige Christen entscheiden sich auch an den Festlichkeiten zu beteiligen. Ob Beteiligung in Schulaktivitäten, oder bei Nachbarschaftsstreichen a la „Süßes oder Saures“.

Die Frage ist: Wie sollten Christen zu Halloween stehen? Sind Eltern unverantwortlich, wenn sie ihre Kinder ihre Streiche spielen lassen? Was ist mit den Christen, die jede Art dieser Feier ablehnen – übertreiben sie?

1. Der heidnische Ursprung von Halloween

Der Name „Halloween“ kommt vom Allerheiligenfest der Frühen Kirche, ein festgesetzter Tag für die feierlichen Erinnerungen von Märtyrern. Am Abend vor Allerheiligen begann die Zeit
des Andenkens. „Abend vor Allheiligen“, im Englischen “All Hallows Eve”, wurde eines Tages zu Hallow-e’en beschränkt, was zu Halloween wurde.

Als das Christentum nach Europa zog, stoß es mit einheimischen, heidnischen Kulturen zusammen und wurde mit gefestigten Bräuchen konfrontiert. Heidenfeiertage und Festtage waren so fest verwurzelt, dass neue Konvertiten sie als einen Stolperstein für ihrem Glauben sahen. Um das Problem zu beseitigen,
setzte die Kirche einen christlichen Feiertag auf dem Kalender an, sodass es einen heidnischen Feiertag ersetzte oder direkt
in Frage stellte. Die Absicht war heidnischen Einflüsse einzuschränken und eine christliche Alternative bereitzustellen. Aber häufig gelang der Kirche die „Christianisierung“ eines heidnischen Rituals mit Vermischung mit mit christlicher Symbolik. Das passierte auch mit dem Allerheiligen-Abend!

Die Kelten aus Europa und Großbritannien waren heidnische Druiden, dessen Hauptfeierlichkeiten von den Jahreszeiten geprägt wurden. Am Ende des Jahres trafen die Menschen in Nordeuropa Vorbereitungen für das Überleben im Winter. Sie sorgten vor durch das Ernten von Getreide, Scheren der Herden undSchlachten von
Tieren, die es nicht mehr geschafft hätten. Das Leben verlangsamte sich während der Winterzeit, aufgrund der Dunkelheit (kürzere Tage und längere Nächte) und brachte brachliegendes Land und manchmal den Tod mit sich. Der Tod wurde symbolisiert durch Skelette, Schädel und die schwarze Farbe, ganz wie bei heutigen Halloweenfesten.

Der heidnische Samhainfest (ausgesprochen „sow“ „en“) feierte die letzte Ernte, und den Beginn des Winters für drei Tage – vom 31. Oktober bis zum 2. November. Die Kelten glaubten, dass der Vorhang der die Lebenden von den Toten trennt, sich während des Samhain hob, um den Geistern des Todes zu erlauben unter den Lebenden zu wandeln – die Geister spuken auf der Erde. Einige griffen die Jahreszeit des Spukens durch okkulte Praktiken wie Wahrsagerei und Kommunikation mit den Toten auf. Sie befragten „heilige“ Geister (Dämonen) und die Geister ihrer Vorfahren bezüglich der Wettervorhersagen für das kommende Jahr, Ernteerwartungen und sogar wegen ihrer Aussichten in der Liebe. Das Apfel-Schnappen mit dem Mund war einer der Bräuche, die die Heiden verwendet haben um die „Segnungen“ der geistigen Welt auf ein verliebtes Pärchen zu beschwören.

Andere beschäftigten sich mit Tod, Okkultismus, Wahrsagung und Geistern, die zurückkehren um die Lebendigen heimzusuchen, weil sie von Aberglauben und Ängsten angetrieben wurden. Sie glaubten, dass Geister an die Erde gebunden waren bis sie eine gebührende Verabschiedung mit Süßigkeiten, Besitztümern oder Essen und Trinken bekommen haben. Geister, die nicht korrekt
„behandelt“ wurden, würden „Streiche“ an denjenigen ausüben, die sie vernachlässigt haben. Die Angst des Spuks vervielfachte sich, wenn der Geist während seiner Lebensdauer beleidigt wurde. Es wurde angenommen, dass talentierte Geister in Streichen groteske Erscheinungen annehmen können. Einige überlieferte Vorstellungen beinhalteten  das Tragen eines Kostüms, das aussieht wie ein Geist, um die wandelnden Geister zu täuschen. Andere glaubten die Geister durch das Schnitzen eines grotesken Gesichtes in einen Kürbis oder Wurzelgemüse (die Schotten benutzten Rüben) mit einer Kerze darin abzuhalten.

In dieser dunklen, abergläubischen, heidnischen Welt lässt Gott das Licht des Evangeliums leuchten. Zum Glauben gekommene Christen rüsteten sich mit der Wahrheit – nicht mehr mit der Angst vor dem Spuken eines verstorbenen Geistes, der zu Erde zurückgekehrt ist. Genau genommen, verurteilten sie ihren früheren heidnischen Spiritismus nach dem 5. Buch Mose Kapitel 18:

…dass nicht jemand unter dir gefunden werde,… der durchs Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder Tagewähler oder der auf Vogelgeschrei achte oder ein Zauberer oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter oder der die Toten frage. Denn wer solches tut, der ist dem HERRN ein Greuel. (Verse 10-13)

Nichtsdestotrotz fanden es konvertierte Christen schwer dem familiären und kulturellen Einfluss zu widerstehen; sie wurden versucht sich den heidnischen Festen anzuschließen – ganz besonders dem Samhain. Papst Gregor der IV. reagierte auf die heidnische Herausforderung, indem er das Fest vom Allerheiligen auf den 1.November, genau in der Mitte des Samhain, verschob.

Während die Jahrhunderten vergingen, vermischten sich der Samhain und das Allerheiligenfest miteinander. Auf der einen Seite gaben heidnische Abergläubige den „christianisierten“ Abergläubigen nach und sorgten für mehr Anlass zur Angst. Die Menschen begannen zu verstehen, dass die heidnischen Geister der Ahnen Dämonen und Wahrsager waren, die Hexerei und Zauberei ausgeübt haben. Auf der anderen Seite sorgte die Festzeit für größere Möglichkeiten zur Feierei. Süßes oder Saures wurde zu einer Zeit, wo umherziehende Gruppen von jungen Randalierern von Haus zu Haus gehen um Essen und Trinken für ihre Parties zu sammeln. Geizige Hauseigentümer waren in Gefahr auf ihrem eigenen Grundstück von betrunkenen, jungen Jugendlichen einen Streich gespielt zu bekommen.

Halloween war bis zur Einwanderung der Arbeiterklassen von den britischen Inseln im späten Neunzehnten Jahrhundert kein amerikanischer Feiertag . Während die früheren Einwanderer an die abergläubischen Traditionen geglaubt haben könnten, waren es die verlockenden Aussichten des Feiertages, die die jungen amerikanischen Jugendlichen angezogen haben. Die jüngeren Generationen übernahmen oder passten sich einigen Bräuchen ohne den Bezug des heidnischen Ursprungs zu wissen an.

Hollywood hat zu dem „Spaß“ eine große Auswahl an erfundenen Figuren hinzugefügt: Dämonen, Monster, Vampire, Werwölfe, Mumien und Psychopathen. Das verbesserte sicherlich nicht die Denkweise der Amerikaner, aber bringt garantiert jemandem eine Menge Geld.

Christen und Halloween

2. Die christliche Antwort auf Halloween

Heutzutage ist Halloween vor allem ein amerikanischer, weltlicher Feiertag bei dem viele die es feiern, keine Vorstellung von der religiösen Herkunft oder der heidnischen Überlieferung des Festes haben. Das bedeutet nicht, dass Halloween harmlos geworden ist. Kinder verkleiden sich, wandern auf der Suche nach Süßigkeiten durch die Nachbarschaft und erzählen sich gegenseitig gruselige Gespenstergeschichten. Leider beteiligen sich mittlerweile auch Erwachsene oft mit schändlichen Aktionen des Alkoholrausches und Ausschweifungen.

Wie sollten Christen reagieren? 

Erstens, Christen sollten NICHT wie abergläubische Heiden auf Halloween reagieren. Heiden bzw. Ungläubige sind abergläubisch; Christen sind erleuchtet von der Wahrheit durch Gottes Wort. Böse Geister sind nicht lebendiger und unheimlicher, als an jedem anderen Tag des Jahres. Vielmehr ist jeder Tag ein guter Tag für den Satan herumzustreifen um jemanden zu finden, den er verschlingen kann (1.Petrus 5,8). Aber “denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist” (1.Johannes 4,4).  Gott hat für immer „die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet“ durch das Kreuz Christi und “sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus” (Kolosser 2,15).

Zweitens, Christen sollten mit warnender Weisheit auf Halloween reagieren. Einige Menschen fürchten sich vor der Aktivität der Satanisten oder heidnischen Hexen, aber die eigentlichen Vorfälle von satanisch motivierter Kriminalität sind sehr gering. Die wirkliche Bedrohung an Halloween sind die sozialen Probleme, die sündhaftes Verhalten begleiten – Betrunkene am Steuer, Witzbolde und Vandalen und unbeaufsichtigte Kinder. Wie an jedem anderen Tag des Jahres, sollten Christen sich in Vorsicht üben – als weise
Verwalter ihres Besitzes und Beschützer ihrer Familien. Christliche junge Menschen sollten sich von den weltlichen Halloweenparties fern halten, da diese Grund für Ärger verursachen. Christliche Eltern können ihre Kinder beschützen, indem sie sie gut beaufsichtigen und den Süßigkeitenkonsum einschränken.

Drittens, Christen sollten auf Halloween mit der Leidenschaft des Evangeliums reagieren. Die ungläubige, Christenzurückweisende Welt lebt in immerwährender Angst vor dem Tod. Es ist nicht einfach das Erleben des Sterbens, sondern was die Bibel “ein schreckliches Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widersacher verzehren wird” (Hebräer 10,27) nennt. Hexen, Geister und böse Geister sind nicht so beängstigend wie Gottes Zorn über die unverziehenen Sünder. Christen sollten Halloween und alles was es an Phantasien mit sich bringt – Todesbilder, Aberglaube, Ausdrücke der verdorbenen Festlichkeit – als eine Gelegenheit sehen, um die ungläubige Welt mit dem Evangelium von Jesus Christus zu konfrontieren. Gott gab jedem ein Gewissen, dass auf seine Wahrheit reagiert (Römer 2,14-16), und das Gewissen ist des Christen Verbündeter in dem evangelistischen Unternehmen. Christen sollten sich Zeit nehmen, um Freunden und ihrer Familie über ihr Gewissen anhand der biblischen Wahrheiten bezüglich Gott, der Bibel, Sünde, Christus, das zukünftige Gericht und die Hoffnung auf ewiges Leben in Jesus Christus für die bußfertigen Sünder mitzuteilen.

Es gibt mehrere verschiedene Möglichkeiten, wo sich Christen in “Halloweenevangelisation” engagieren. Einige werden den „Keine Teilnahme“ Kurs wählen. Ebenso möchten christliche Eltern nicht, dass ihre Kinder an spirituellen, bloßstellenden Aktivitäten teilnehmen – Geistergeschichten zuhören und Hexenbilder ausmalen. Sie möchten nicht, dass ihre Kinder sich für Süßes oder Saures verkleiden oder an irgendwelchen anderen Halloweenalternativen teilnehmen. Dieser Umgang mit Halloween führt normalerweise zu Erstaunen und sorgt für eine gute Möglichkeit das Evangelium mit denen zu teilen, die fragen. Es ist auch wichtig, dass Eltern den Kindern ihren Stand erklären und sie vor den Hänseleien oder Spott ihrer Spielkameraden und der Missbilligung oder Verachtung ihrer Lehrer vorbereiten.

Andere Christen werden sich für Halloweenalternativen entscheiden wie „Erntedankfest“ oder „Reformationstag/fest“ – die Kinder sind verkleidet als Bauern, Personen aus der Bibel oder Helden der Reformation. Es ist ironisch wenn sie den Beginn/Anfang von Halloween als eine Alternative betrachten aber es kann ein effektives Instrument des Evangeliums sein, um Nachbarschaftsfamilien zu erreichen.

Einige Gemeinden verlassen ihre Gemeindegebäude und tun Werke der Barmherzigkeit in ihrer Nachbarschaft indem sie bedürftige Familien mit Nahrungsmittelkörben, Geschenkkarten und der Botschaft des Evangeliums versorgen.

Das sind gute Alternativen; es gibt andere nicht so gute. Einige Gemeinden in Amerika benutzen ein „Hell House“ (das Höllenhaus) um junge Menschen zu schocken und sie dazu zu drängen Christen zu werden. Sie lassen Menschen durch  Räume im Karnevalstil (spukende Häuser) gehen und stellen die Sünde dar: Frauen die Abtreibungen durchziehen, Menschen die in einem satanischen Ritual geopfert werden, Folgen des vorehelichen Sex, Gefahren von Technoparties, Besessenheit durch Dämonen und andere Tragödien.
Das Problem mit der sogenannten “Höllenhaus-Evangelisation” ist: Um eine unerschrockene Kultur zu erschrecken, musst du sehr anschaulich werden. Grafische Darstellungen der Sünde und von ihren Folgen sind unnötig – das Denken der Ungläubigen ist bereits voll von solchen Bildern. Was sie sehen sollten, ist ein durch Gottes Kraft wirklich verändertes Leben und was sie hören sollten, ist Gottes Wahrheit in einer präzisen Darstellung des Evangeliums. Billige Effektharscherei ist unpassend für die Botschafter Christi.

Es gibt noch eine andere Option für Christen: begrenzte, nicht bloßstellende Teilnahme an Halloween. Grundsätzlich sind Süßigkeiten, Kostüme oder Süßes oder Saures in der Nachbarschaft nichts schlimmes. Es kann als eine einmalige Gelegenheit dienen, das Evangelium in der Nachbarschaft zu verbreiten. Sogar das Verteilen von Süßigkeiten zu Nachbarskindern – vorausgesetzt du bist nicht geizig – kann dein Ruf unter den Kindern verbessern. Solange die Kostüme unschuldig/harmlos aussehen und das Verhalten Christus nicht entehrt, kann Süßes oder Saures für weitere Envageliumsinteressen verwendet werden.

Letzendlich ist das Teilnehmen von Christen in Halloween eine Sache des Gewissens vor Gott. Was auch immer für ein Niveau von Halloweenteilnahme du wählst, du musst Gott ehren, indem du dich von der Welt trennst durch Mitleid zu denen die verloren gehen. Halloween bietet den Christen die Möglichkeiten diese beiden Dinge in dem Evangelium von Jesus Christus auszuführen. Es ist eine heilige Botschaft, abgehoben von der Welt; es ist die genaue Gnadenbotschaft eines vergebenden Gottes. Gibt eine bessere Zeit des Jahres um so eine Botschaft statt Halloween zu teilen?

[Dieser Text ist eine Übersetzung von dem Artikel "Christians and Halloween" von Travis Allen auf "Grace to You". Vielen Dank Elina!]

Liebe deinen Bruder!

Zwei Brüder wohnten einst auf dem Berg Morija. Der jüngere war verheiratet und hatte Kinder. Der ältere unverheiratet und allein. Die beiden Brüder arbeiteten zusammen. Sie pflügten ihre Felder zusammen und streuten gemeinsam das Saatgut auf das Land. Zur Zeit der Ernte brachten sie das Getreide ein und teilten die Garben in zwei gleich große Stösse, für jeden einen Stoß Garben.

Garben - Liebe deinen Bruder!

Als es Nacht geworden war, legte sich jeder der beiden Brüder bei seinen Garben zum Schlafen nieder. Der Ältere aber konnte keine Ruhe finden und dachte bei sich: «Mein Bruder hat eine Familie, ich dagegen bin allein und ohne Kinder, und doch habe ich gleich viele Garben genommen wie er. Das ist nicht recht!»   Er stand auf und nahm von seinen Garben und schichtete sie heimlich und leise zu den Garben seines Bruders. Dann legte er sich wieder hin und schlief ein.   In der gleichen Nacht, geraume Zeit später, erwachte der Jüngere. Auch er musste an seinen Bruder denken und sprach in seinem Herzen: «Mein Bruder ist allein und hat keine Kinder. Wer wird in seinen alten Tagen für ihn sorgen?»   Und er stand auf, nahm von seinen Garben und trug sie heimlich und leise hinüber zu dem Stoss des Älteren.   Als es Tag wurde, erhoben sich die beiden Brüder. Und jeder war erstaunt, dass die Garbenstösse die gleichen waren wie am Abend zuvor. Aber keiner sagte darüber zum anderen ein Wort. In der zweiten Nacht wartete jeder ein Weilchen, bis er den anderen schlafen wähnte. Dann erhoben sich beide und jeder nahm von seinen Garben, um sie zum Stoss des anderen zu tragen. Auf halbem Weg trafen sie aufeinander, und jeder erkannte, wie gut es der andere mit ihm meinte. Da ließen sie ihre Garben fallen und umarmten einander in herzlicher und brüderlicher Liebe.

(Nach Nicolai Erdelyi)

Wie kannst du deine Glaubensgeschwister lieben?

Warum man sich Notizen bei der Predigt machen sollte

Warum man sich Notizen bei der Predigt machen sollte

Wenn du das Maximale aus einer Predigt oder dem Hören auf Gottes Wort herausholen willst, dann solltest du dir Notizen machen! Warum man sich Notizen bei der Predigt machen sollte!

Jetzt wirklich? Ja! Wenn du das Meiste nicht wieder vergessen und mehr behalten willst, dann solltest du es dir aufschreiben. Dir werden sicher sofort einige Gründe einfallen, warum du das nicht nötig hast. Aber, ich bitte dich – lass dich überzeugen: Unser Gehirn ist leider nicht so verlässlich, wie wir oft glauben. Wir bekommen heute so viel Impuls und Informationen, dass die alten Informationen – sogar sehr wichtige – uns einfach verloren gehen. Wir behalten immer weniger…

Glaub mir, du solltest dir wichtige Erkenntnisse, Fragen und Vorhaben sofort beim Hören einer Predigt aufschreiben. Wie oft wolltest du schon etwas nachfragen und hast es vergessen? Wie oft wolltest du gerne wiedergeben, was du gehört hast, und konntest es nicht mehr, weil du es halb vergessen hast? Manche von uns schreiben sich ihre To Dos auf, um sie nicht zu vergessen. Warum sind wir nicht bereit Aufgaben aufzuschreiben, die wir durch Gottes Wort erkennen? Ich kann dir nur raten, gewöhne dir an, Notizen zu machen!

Allein dadurch, dass wir die Informationen (handschriftlich) festhalten, behält unser Gehirn mehr! Das beweisen viele Studien. (Lies hier nach, wenn du nicht überzeugt bist) D.h. selbst du deine Notizen nie wieder anschauen solltest, haben sie doch positive Auswirkungen gehabt!

Auf der anderen Seite hilft uns das Aufschreiben aufmerksam bei der Predigt zu bleiben. Wie häufig wurden wir schon durch unsere Gedanken verleitet und haben mitten in der Predigt abgeschaltet. Ein Stift in der Hand hilft tatsächlich aufmerksamer zu sein. Man merkt viel eher, wie viel Inhalt die Predigt hat und kann sich auch eigene Erkenntnisse und Gedanken aufschreiben…

Aber oft wollen wir ja auch etwas Angesprochenes vertiefen oder eine angesprochene Bibelstelle näher anschauen. In der Predigt hat man nicht die Zeit dazu, ohne unaufmerksam zu werden. Deshalb ist es sehr hilfreich, sich eine Notiz dazu zu machen.  Außerdem kann man Aussagen des Predigers leichter überprüfen, wenn man sie sich aufgeschrieben hat ;-)

Warum in einer Predigt mitschreiben

In der Schule sollten wir uns Notizen machen, weil es wichtig war. Ist Gottes Wort unwichtig für uns? Auch wenn wir keine schriftlichen Prüfungen schreiben, müssen wir viele andere Lebensprüfungen bestehen, bei denen uns Gottes Wort helfen kann! Allerdings kann es uns nur helfen, wenn wir es behalten haben oder nachschlagen können!

Unsere Faulheit, Vergesslichkeit (Zettel und Stift), Menschenfurcht (was werden die anderen denken?) und viele andere Dinge streiten dagegen. Doch du kannst diese Dinge im Gehorsam und in der Kraft Gottes überwinden. Die Frage ist nur, ob dir Gottes Wort wichtig genug ist…

Praktische Herausforderung: Versuch es doch einmal 2-3 Monate aus, dir bei Predigten Notizen zu machen! Du wirst den Nutzen deutlich merken und spürbar davon profitieren. Tu’s einfach und schreib hier einen Kommentar über deine Erfahrungen ;-)

Im nächsten Artikel zum Thema verrate ich dir, wie du dir am Besten Notizen bei einer Predigt machst.

Kriegsbriefe gefallener Studenten

In der aktuellen “fest und treu”-Zeitschrift (03/2014) zitiert Andreas Fett einige bewegende Briefe aus dem Buch “Kriegsbriefe gefallener Studenten” von Philipp Witkop. Bewegend!

Kriegsbriefe gefallener Studenten von 1928

„Eine wütendere Schlacht kann es nicht geben. Soldat gegen Soldat, hass- und wutenbrannte Gegner. Tagelang wird um ein und denselben Quadratmeter Landes erbittert gerungen, bis das ganze Gelände buchstäblich ein Blut- und Leichenacker ist. Ein großes Morden mit Patronen, Äxten, Handgranaten. Auf einer Strecke von 200 Metern 909 Mann Verluste, der Feind Tausende. Das blaue französische Tuch mischte sich am Boden mit dem grauen deutschen. Die Toten lagen stellenweise so hoch, dass man hinter ihnen Deckung vor Artillerie nehmen konnte. Ein Donnern, Krachen, Brüllen, Schreien, als ob die Welt untergehen sollte. Befehle mussten von Ohr zu Ohr weitergebrüllt werden. Und wenn einmal in dem Schlachtenlärm und Stöhnen der Verwundeten eine kleine Pause eintrat, hörte man hoch in der blauen Luft die Vögel jubeln und zwitschern. Der Gesang der Frühlingsvögel! Man hätte sich das Herz aus dem Leib reißen können.

Fragt mich nicht nach dem Schicksal der Verwundeten. Wer nicht auf eigenen Beinen zum Arzt laufen kann, muss elendig sterben. Manche haben Stunden, manche Tage, manche eine Woche lang gelitten, bis sie starben. Und die Kämpfenden stürmten in einem fort achtlos über sie hinweg. »Kann dir die Hand nicht geben – bleib du im ewigen Leben – mein guter Kamerad!« Wie glücklich ist dagegen jeder Hund zu preisen, der in heimatlicher Hütte verreckt. Es gibt Augenblicke, in denen es der tapferste Soldat zum Heulen satt hat. Als ich vorhin das Jubeln der Vögel hörte – ich hätte die Welt vor Widersinn und Wut zermalmen können.“

Richard Schmieder, Philosophiestudent aus Leipzig, mit 28 gefallen.

Kriegsbriefe gefallener Studenten

Eintragungen im Einband eines kleinen Taschen-Testamentes:

„16. Juni 1915. Lorettohöhe. Starker Angriff. Viele Verluste. Ich bin getrost. Dieses Testament ist hier im Felde mein bester Freund. Ich lese oft darin und bin froh, dass ich es habe. Lieber Vater, ich habe früher oft über deine Frömmigkeit gelacht und habe über das Sprüchelernen geseufzt. Jetzt bete ich diese Verse oft. Sie passen so gut zu meiner Situation. »Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.«“

An seinem Geburtstag:

„Heute schreibe ich weiter. Ich will es offen bekennen: Hier zwischen Gräben und Gräbern habe ich meinen Gott und Heiland gefunden. Mein Vater, wie wirst du dich freuen, wenn ich dir das erzähle! In drei Tagen geht es in die Heimat. Vierzehn Tage Urlaub!“

Gottfried W., einziger Sohn seines Vaters

Die Bibel mit diesen Eintragungen wurde dem Elternhaus zugeschickt. Der Vater hatte sie seinem Sohn zur Konfirmation geschenkt. Ein kleiner Brief lag dabei: „Gefallen am 8.7.1915. Wir haben ihn alle sehr lieb gehabt. Er war wie ein Heiliger. Diese Augen – diese Ruhe. Ich gebe dieses Buch in die Hände seines Vaters zurück.“ (Unteroffizier Werner)

Weitere Briefe kann man hier nachlesen. Ich finde sie empfehlenswert!

Nichts habe ich, was nicht frei ich empfing (Einer, den Gottes Gnade fand)

“Einer, den Gottes Gnade fand” ist ein wunderschönes altes Lied, das die Gnade Gottes rühmt:

1. Nichts habe ich was nicht frei ich empfing
durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!
Rühmen sei fern,doch das sei bekannt:
ich bin einer, den die Gnade fand!

Einer, den Gottes Gnade fand!
Einer, den Gottes Gnade fand!
An mir erwiesen,
sei laut sie gepriesen:
ich bin einer, den die Gnade fand!

2. Einst war ich arm und in Sünden verstrickt,
dem Gott der Gnade so sehr fern gerückt,
doch Jesus kam und griff meine Hand,
ich bin einer, den die Gnade fand!

3. Nicht meine Tränen je haben`s gemacht,
Nur Sein Erbahrmen hat alles vollbracht!
Sünden vergiftet, einst abgewand,
bin ich einer, den die Gnade fand!

4. Lass mich`s dir sagen mit strahlendem Blick,
mein Herz fließt über vor Freude und Glück;
noch einmal ruf ich`s laut über`s Land:
Ich bin einer, den die Gnade fand!

Der Text stammt von James M. Gray (Pastor einer Reformed Episcopal Church & Präsident des Moody Bible Institute). Der Originaltitel ist “Only a sinner”. Die Melodie wurde von Daniel B. Towner komponiert. Das Lied ist mit Noten und Akkorden im Liederbuch “Ich will dir danken” zu finden, Nr.

Geistliche Übung – Stille und Einsamkeit! Teil 2: Sinn & Zweck

In diesem Artikel geht es um den Sinn und Zweck der geistlichen Übung “Stille und Einsamkeit” . Teil 1 dieser Übung findest du hier.

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Wir merken manchmal, wie schwer es uns fällt, die Stille und Einsamkeit zu ertragen und machen uns Musik an oder suchen die Gemeinschaft. Doch gerade weil Ablenkung ein Hauptmittel der satanischen Mächte ist, müssen wir uns mehr als alle früheren Generationen in der Geschichte darin üben, die Segnungen der Stille und Einsamkeit zu genießen!

Wozu sollten wir die Stille und Einsamkeit suchen?

  1. Gebet: In der Stille & Einsamkeit können und sollen wir ohne Ablenkung mit Gott reden (Mt 5,6). Ohne Stille und Einsamkeit können wir kaum mehr als fünf Minuten beten.
  2. Meditation: Das Nachdenken in der ungestörten Stille hilft uns, aus Gottes Wort zu lernen und es zu verinnerlichen (Ps 5,4; 119,147).
  3. Anbetung: Durch Gott-fokussierte Stille und staunendes Schweigen vor Gott können wir ihn anbeten (vgl. Hab 2,20; Zeph 1,7; Sach 2,17).
  4. Vertrauen: Schweigen kann ein Ausdruck des Vertrauens zu Gott sein (vgl. Ps 62,2+6; Jes 30,15-16).
  5. Selbsterkenntnis: Stille und Einsamkeit helfen uns, unsere Schwäche und unser Unvermögen wahrhaftig zu erkennen und vor Gott auszudrücken (Klgl 3,25-29).
  6. Wiederherstellung: Stille und Einsamkeit helfen uns, uns ganzheitlich zu erholen und aufzutanken (vgl. Mk 6,30-32).
  7. Geistliche Perspektive: Wir brauchen Stille & Einsamkeit zum Nachdenken und zur Korrektur unseres Denkens, Handelns und Redens (vgl. Lk 1,20 + 1,63-64).
  8. Führung Gottes: Gott hat uns seinen Willen durch sein Wort klar gemacht, doch er öffnet es uns oft erst in der Stille. Weise Entscheidungen brauchen Stille vor Gott (Lk 6,12-13).
  9. Lernschritt zum guten Reden: Schweigen ist so erhellend bzgl. dem Reden, wie das Fasten bzgl. der Nahrung. Wir erfahren, dass es oft nicht notwendig ist, etwas zu sagen & wie viel schlechtes wir sagen. Durch das Schweigen, Zuhören und Beobachten werden unsere Worte eine neue Frische & Tiefe erhalten (vgl. Jak 1,19; Pred 3,7; Spr 11,12).

Wer Gott liebt, wird die Stille und Einsamkeit suchen, um ungestörte Zeit mit ihm zu haben!

Geistliche Übung – Stille und Einsamkeit! Teil 1: Jesus Vorbild

In diesem Artikel lernst du die geistliche Übung “Stille und Einsamkeit” kennen.

Stille und Einsamkeit 1

Die Übung der Stille und Einsamkeit ist der freiwillige, zeitweise, bewusste Verzicht des Redens bzw. der Rückzug in die Ungestörtheit – um Zeit vor und mit Gott zu haben.

Neben manchen anderen erwähnten biblischen Personen (z.B. 1Kön 19,8; Hab 2,1; Gal 1,17), die sich phasenweise in die Stille und Einsamkeit zurückzogen, ist Jesus unser großes Vorbild für diese Übung!

Jesus Vorbild für Stille und Einsamkeit

Wenn wir darauf achten, stellen wir fest, dass es den Autoren der Evangelien wichtig war, zu berichten, dass Jesus sich immer wieder in die Stille und Einsamkeit zurückzog:

  1. Vor Beginn seines öffentlichen Wirkens wurde Jesus in die stille und einsame Wüste geführt: Mt 4,1.
  2. Jesus zog sich manchmal bei Tagesanfang zurück, um ungestörte Zeit mit Gott zu haben: Mk 1,35; Lk 4,42.
  3. An anderen Tagen wollte er am Abend allein sein, um zu beten: Mt 14,23.
  4. Jesus blieb sogar ganze Nächte auf, um Stille und Einsamkeit zu haben: Lk 6,12.

Jesus bezog seine Kraft aus der ungestörten Nähe zu Gott. Sollten wir es nicht viel mehr tun? Wenn wir mehr wie Jesus werden wollen, müssen wir uns darin üben, Zeiten der Stille und Einsamkeit zu finden.

Jesus als Vorbild für die geistliche Übung Stille und Einsamkeit

Noch einmal im Klartext: Stille und Einsamkeit sind an sich noch keine geistliche Übung. Nur durch die Verbindung zu Gott (in Form von Gebet, Bibellese, Anbetung usw.), werden sie zu einer geistlichen Übung!

Lasst uns so werden wie Jesus und Zeiten der Stille und Einsamkeit vor Gott suchen!

Hier findest du weitere Artikel zu geistlichen Übungen.

Auf dem Weg Gott von ganzem Herzen zu lieben