Archiv der Kategorie: Gebet (z.B. Vater Unser)

Was für Pastoren wir brauchen

„Die Kirche und die Welt brauchen keine effizienteren, psychologisch versierten, kulturell informierten, betriebswirtschaftlich qualifizierten Führungskräfte im Pastorat. Davon brauchen wir nicht noch mehr.

Was die Kirche braucht, was die Welt schmecken muss, sind Menschen, die in der Gegenwart von Christus gewesen sind. Männer Gottes, die den Geschmack des Lebens zum Leben und des Todes zum Tod haben, weil sie in der Gegenwart des Aromas Christi waren.“

Ein sehr hörenswerter bzw. lesenswerter Impuls zum Thema Gebetsleben eines Pastors (kann aber genauso jeder andere so machen), ist How Do You Structure Your Prayer Life?

Ich will beten lernen!

Ich will beten lernen!

Kann nicht jeder Mensch beten?

Beten heißt doch Reden zu Gott! Jeder Mensch kann sich in jeder Lebenssituation zu Gott wenden und zu ihm reden. Deshalb kann jeder Mensch beten – auch Du!

Doch mir scheint, dass wir häufig so beten, wie kleine Kinder ihre Wünsche gegenüber ihren Eltern äußern. Ich habe zwei Zwerge zu Hause und weiß, wovon ich spreche:

Sie wollen Süßigkeiten ohne Maßen, alles Spielzeug dieser Welt, mit gefährlichem Werkzeug arbeiten und viele andere Dinge, mit denen sie nicht gut umgehen können. Es ist nicht sonderlich weise, was sie sich wünschen. Dementsprechend werden ihre Bitten häufig nicht erfüllt, auch wenn ich meine Kinder gerne glücklich mache.

Beten wir zu stark von der momentanen Situation oder unseren Gefühlen bestimmt? Vielleicht können wir wie Kinder schlecht beurteilen, was wirklich gut für uns ist? Ist es selbstsüchtig, ungesund oder schädlich für mich oder andere? Meinen Kindern fehlt häufig die Fähigkeit das zu beurteilen. Und mir fehlt diese Fähigkeit auch oft, weil ich einfach nicht weiß, welche Konsequenzen und Folgen eine bestimmte Lebensentwicklung  mit sich bringen wird und was langfristig gut für mich ist.

Natürlich kann ich weiterhin beten, wie mir der Schnabel gewachsen ist, für das, was mir wichtig ist. Aber ich will lernen zu beten, so wie meine Kinder lernen, worauf ich reagiere und welche Bitten erfolgreich sind. Es sind einfach herrliche Erfahrungen, wenn große und kleine Gebetsanliegen von Gott erhört werden! Davon möchte ich mehr. Ich will beten lernen!

Wie will ich beten lernen?

Erstens will ich von Jesus lernen. Als die Jünger hören, wie Jesus betet, sind sie erstaunt (vgl. Lukas 11,1-4). Sein Gebet ist ganz anders. Sie erkennen, dass Jesus viel „besser“ zu Gott reden kann, als sie. Im Vergleich zu seinen Gebeten sind ihre Gebete kindisch und arm.

Das Gebet „Vater Unser“ ist ein Vorbild für uns, an dem wir besser beten lernen sollen. Deswegen sollten wir es genau kennen und davon abkupfern!

Das Ziel ist nicht, dass wir es aufsagen können, sondern dass wir mit eigenen Worten ähnliche Dinge sagen können! Hier lernen wir, auf welche Inhalte es beim Gebet ankommt.

Zweitens lese und studiere ich zur Zeit vermehrt die Psalme. Die Psalme sind geistgewirkte Gebete und Lieder aus einer ganz anderen Zeit. Wie kühn und vertrauensvoll die Autoren in größten Notlagen gebetet haben, fasziniert mich. Andere Psalme sind durchtränkt von Staunen und Liebe zu Gott. Insgesamt fällt mir die inhaltliche Bandbreite der Gebete auf! Ich lerne einige Psalme auswendig und bete sie.

Und drittens bete ich einfach häufiger und bewusster. Übung macht den Meister! Ich schreibe Gebetsanliegen auf und achte auf ihre Erfüllung.

Ich freue mich so sehr, beten zu lernen! Willst du das auch?

Wie kannst du für deine Gemeindeleitung beten?

Wir brauchen alle Gebet. Aber vor allem solltest du für deine Gemeindeleitung beten. Der Feind wird alles tun, was er kann, um den Dienst deiner Gemeindeleitung, der Verkündiger und Ältesten zu zerstören oder leiden zu lassen. 

Wie kannst du für deine Gemeindeleitung beten? Hier sind 11 spezifische Bereiche, für die du beten kannst:

  1. Bete für Weisheit für deine Gemeindeleitung! Die Leiter sind oft mit unglaublich heraufordernden Situationen und Entscheidungen konfrontiert. Sie brauchen Gottes Weisheit, um als die Leiter weiter zu machen, zu denen Gott sie berufen hat. 
  2. Bete für die Umkehr von Sünde und Bewahrung vor Sünde: Deine Gemeindeleitung wird auf unterschiedlichste Art und Weise angegriffen. Sie werden wieder und wieder versucht. Der Feind strebt danach den Dienst deiner Gemeindeleitung zerstören! Bete für geistliches Leben, d.h. Umkehr bei Sünde wie Hochmut und Bewahrung vor Sünde, wie Ehebruch.
  3. Bete für die Familie der Gemeindeleitung. Sie werden ebenfalls angegriffen, kritisiert und manchmal schikaniert. Oft fühlen sich die Familienmitglieder isoliert oder allein. Sie brauchen Ermutigung. Sie brauchen Gebet!
  4. Bete für deine Gemeindeleitung, damit sie der Kritik und den Schikanen standhalten kann. Manche Kritik und manche Schikanen sind offensichtlich aggressiv. Andere sind unterschwellig aggressiv. Alle sind schmerzhaft. Und jeder Älteste und Verkündiger kämpft damit.
  5. Bete gegen Entmutigung durch Vergleiche. Mancher wird auf Vorträge und Impulse hingewiesen, die einem zeigen, wie man es richtig macht. Andere hören zahlreiche Kommentare über die großartige Gemeinde nebenan. Die Botschaft ist: Du kommst da nicht heran. 
  6. Bete gegen Entmutigung durch Mitglieder, die gehen. Es ist schwer für die Gemeindeleitung es nicht persönlich zu nehmen. Und es ist wirklich schwer, wenn das scheidende Mitglied der Leitung sagt, sie soll es persönlich nehmen.
  7. Bete gegen Entmutigung aufgrund von Rückgang von Zahlen. Sehr viele Gemeinden schrumpfen. Das ist schmerzhaft für deine Gemeindeleitung. Das ist eine entmutigende Realität für deine Leitung! 
  8. Bete gegen Entmutigung durch Uneinigkeit. Viele Leiter verbringen viel Zeit mit vermittelnden und klärenden Gesprächen. Der Feind liebt es, wenn Gemeindemitglieder miteinander kämpfen.
  9. Bete für gutes Urteilsvermögen. Die Gemeindeleitung wird in so viele Richtungen gezogen: Es wird erwartet, dass sie bei allen möglichen Treffen und Veranstaltungen und Lebenslagen dabei sind. Bitte Gott, dass sie fähig sind „Nein“ zu sagen. Bete für ihre Familie, die häufig nur die dürftigen Überreste ihrer Zeit bekommt.
  10. Bete bei finanziellen Engpässen. Manche Pastoren und manche Gemeindeleiter sind in ihrem Beruf unterbezahlt. Sie ringen täglich mit finanziellen Herausforderungen.
  11. Bete für Möglichkeiten für das Evangelium. Die Gemeindeleitung ist manchmal sehr mit bestimmten Aufgaben beschäftigt. Die Ansprüche sind sehr hoch. Es kann sehr frustrierend sein die verkehrten Prioritäten zu verfolgen.

Wollen wir wirklich gesunde Gemeinden? Wollen wir den Feind wirklich in diesen Kämpfen zurückweichen lassen? 

Du solltest für deine Gemeindeleitung beten!

Starte heute. Nimm dir fünf Minuten – am Besten jeden Tag und bete für deine Gemeindeleitung.

Es könnte der größte Beitrag sein, den du für deine Gemeinde tun kannst.

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Der Artikel ist größtenteils eine Übersetzung des Artikels Eleven Specific Ways to Pray for Your Pastor. Ich habe ihn nur auf die Gemeindeleitung ausgeweitet.

In jeder Straße ein Gebetskreis

Der Impuls „In jeder Straße ein Gebetskreis“ stammt aus dem EINS-Magazin, S. 11:

Vor drei Jahren lernte ich auf einer Gebetskreise in einem muslimischen Land einen Bruder aus Indien kennen. Er erzählte mir von dem arabischen Land, in dem er seit vielen Jahren für eine Firma tätig ist. In diesem Land gibt es keine Religionsfreiheit. Er ist dort einer von über einer Million Gastarbeitern aus unterschiedlichen Ländern. Als Christ und Ausländer ist er dort im doppelten Sinne ein Fremder. Doch er ist nicht allein. Was er mir sagte, hat mich tief berührt: „In der Stadt, in der ich arbeite, gibt es in jeder Straße (!) einen Gebetskreis.“

Liebe Beterinnen und Beter, ich wünsche Ihnen, die Sie sich in dieser Woche zum Gebet aufmachen, dass sie im Glauben gestärkt werden und wir neue Geschwister kennenlernen, die mit uns unterwegs sind. (…)

Ich bete darum, dass in unseren Städten, Dörfern und Straßen neue Gebetskreise entstehen.

„Lasst uns noch kurz beten!“

„Lasst uns noch kurz beten!“ Immer häufiger fällt mir auf, dass am Anfang oder Ende von christlichen Veranstaltungen noch kurz gebetet werden soll. Oder es heißt „wir wollen noch kurz beten“. Das stimmt mich nachdenklich.

Warum soll nur noch eben mal kurz gebetet werden?

  • Weil einige unter Zeitdruck stehen?
  • Haben wir Angst, dass jemand zu lange betet?
  • Weil es nunmal dazu gehört, dass man betet, man es aber als lästige Pflicht empfindet?
  • Da wir das Gebet nicht für wichtig erachten?

In allen möglichen Gründen schwingt meines Erachtens der letzte Grund mit – eine Geringschätzung des Gebets. Oder nicht? Unsere Sprache verrät uns! Hat das Gebet keine besondere Bedeutung mehr für uns? Wissen wir nicht mehr, dass alles von Gott abhängt?

Auf jeden Fall entwerten wir durch solche nebensächlichen Worte das Gebet noch weiter. Denn Sprache prägt uns auch.

Wo liegt das Problem, wenn man noch kurz beten will?

Das Problem ist unser menschliches Herz. Durch unsere Worte offenbaren wir, dass das Gebet und damit Gott selbst nicht das bzw. der Entscheidende ist.

Wir glauben theoretisch, das alles von Gott abhängt, aber praktisch leben wir, als wären wir unseres eigenes Glückes Schmied.

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann. (Hans von Keler)

Was sollten wir tun?

Die Lösung ist nicht einfach, dass wir nur unsere Sprache verändern. Die Lösung ist eine Veränderung unseres Herzens und Denkens, insbesondere unserer Gottesvorstellung und Prioritäten.

Von Gott veränderte Menschen denken anders über die Bedeutung des Gebets. In Gottes Wort heißt es zum Beispiel:

Seid wachsam und betet, ohne nachzulassen, damit ihr die Kraft habt, all dem zu entrinnen, was geschehen wird, und damit ihr bestehen könnt, wenn ihr vor den Menschensohn tretet. (Lukas 21,36)

Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. (Römer 12,12)

Wendet euch, vom Heiligen Geist geleitet, immer und überall mit Bitten und Flehen an Gott. Lasst dabei in eurer Wachsamkeit nicht nach, sondern tretet mit Ausdauer und Beharrlichkeit für alle ein, die zu Gottes heiligem Volk gehören. (Epheser 6,18)

 Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen! (1. Thessalonicher 5,17)

Lasst uns Zeit nehmen und haben für das Gebet. Denn das Gebet ist ein Ausdruck unseres Glaubens an Gott und damit entscheidend. Dem sollten wir auch mit Worten Ausdruck verleihen.

Lasst uns dafür anhaltend beten!

Lies zu diesem Thema auch „WIE SCHAFFE ICH ES MEHR ZU BETEN?

Mit übler Absicht beten – aus Selbstsucht

Mit übler Absicht beten - aus Selbstsucht

Einige von uns beten auch so, aber da ist eine Schlange im Garten – die Schlange unseres Ichs. Sie windet sich um die schönsten Bäume, bereit, unsere Gebete zu vergiften und zu zerstören. In Jakobus 4,3 heißt es: „Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr‘s für eure Gelüste vergeuden könnt.“ Brüder, es ist möglich, dass jemand will, Gott möge seine Herrlichkeit offenbaren und auch darum betet, aber mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass er selber derjenige ist, den Gott als Kanal dieser Offenbarung benutzt. Seht ihr, was ich meine? Es kann passieren, dass ich auf meine Knie gehe, vielleicht sogar eine Mahlzeit auslasse und faste und bete: „O Gott, lass deine Herrlichkeit den Menschen offenbar werden“ – und gleichzeitig hoffe ich klammheimlich, dass ich der Mensch sein werde, den Gott benutzt, um seine Herrlichkeit zu zeigen. (…)

Brüder, wir müssen unsere Herzen zu Gott erheben und so beten: „O Herr, lass deine Ehre groß werden, ob nun durch mich oder ohne mich.“ So müssen wir beten, sonst beten wir selbstsüchtig.

A.W. Tozer in „Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft

Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht (Lied & Text)

Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Das Lied „Wenn die Last der Welt“ ist auch schon ziemlich alt. Der Text ist aber klasse. Wir singen es ab und zu in der Gebetsstunde.

Hier ist der Text des Liedes:

1. Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet.
Wenn dich Furcht befällt vor der langen Nacht, hört er dein Gebet.

Refrain: Er hört dein Gebet, hört auf dein Gebet.
Er versteht was sein Kind bewegt, Gott hört dein Gebet.

2. Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst, hört er dein Gebet.
Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst, hört er dein Gebet.

3. Wenn die Menschheit vor ihrem Ende steht, hört er dein Gebet.
Wenn die Sonne sinkt und die Welt vergeht, hört er dein Gebet.

Das Original von „Wenn die Last der Welt“ bzw. „Er hört dein Gebet“ ist „He will listen to you“ (sollte man sich anhören).
Text & Melodie stammen ursprünglich von Mark Heard. Hier gibt es einen Nachruf auf diesen bekannten amerikanischen Musiker.
Rechte: 1983 Bug and Bear Music
Das Lied wurde von Christoph Zehendner ins Deutsche übersetzt.

Wie gefällt es dir? Schreib einen Kommentar.

„Wenn der Regen fällt, dunkle Wolken ziehn“ – Lied & Text

1. Wenn der Regen fällt, dunkle Wolken ziehn
und kein Mensch ist da, der mal nach dir fragt.
Wenn es dunkel wird und du einsam bist,
weil du keinen hast, der sich um dich sorgt.

Sprich zu ihm, er ist da
und er kennt die Einsamkeit.
Jesus Christus will dein Freund sein.
Sprich zu ihm, er ist da!

2. Wenn kein Anruf kommt, alles um dich schweigt
und es nichts mehr gibt, was dich fasziniert.
Wenn es Abend wird und du traurig bist,
weil Enttäuschung dein Denken bitter macht.

3. Wenn die Zeit verrinnt und die Angst dich packt,
weil du mutlos bist für den nächsten Tag.
Wenn du plötzlich weinst und dich schämen musst,
weil du stark sein willst und es doch nicht kannst.

Der Titel des Lieds ist „Wenn der Regen fällt, dunkle Wolken ziehn„.
Das Lied ist enthalten im Wiedenester Jugendliederbuch 1987, Nr. 87.
Die Melodie stammt von B. Danoff, John Denver & T. Nivert. Der deutsche Text ist von Andreas Malessa.

Wie schaffe ich es mehr zu beten?

Wie schaffe ich es mehr zu beten

Gottes Kinder wissen, dass sie allezeit beten sollten. Doch wie schaffen sie das? Hier ist eine praktische Hilfe die auf die Ursache eingeht und einen Lösungsweg aufzeigt!

1. Der Wunsch mehr zu beten

Betet allezeit! Betet ohne Unterlass! Das sind nur zwei der zahlreichen biblischen Aufforderungen zum Gebet: Lk 18,1ff / Röm 12,12 / Eph 6,18 / Phil 4,6 / Kol 4,2 / 1Thes 5,17 …

Wir wissen, dass wir häufiger beten sollten. Viele haben sicher auch den inneren Wunsch, mehr zu beten. Doch wie es so ist, geht der Tag so schnell gebetslos vorbei. Oder man schafft das angewöhnte Morgen-, Abend- und Tischgebet, aber ansonsten sieht es mau aus…

Oder wie viel hast du heute schon gebetet? Hast du den Wunsch mehr zu beten? Wie schaffen wir das?

2. Falsche Wege um mehr zu beten

Sicher hast du wie ich, auch schon mehrfach versucht, mehr zu beten. Wie häufig war ich schon unzufrieden mit meinem Gebetsleben und habe daran gearbeitet! Manchmal hat eine motivierende Predigt geholfen, zumindest für ein paar Tage. Oder eine Andacht, die einem geistlich in den Hintern getreten hat. Aber auch diese Motivation ist im Alltag schnell untergegangen. Eigenmotivation und Schuldgefühle reichen nicht aus, um mehr zu beten.

Dann kann man es mit geistlichen Büchern versuchen. Es gibt so viele gute Anleitungen und Tipps zum Gebet. Aber das Resultat ist ähnlich. Tipps und Pläne für das Gebet reichen nicht aus, um es ein geistlich lebendiges Gebetsleben zu führen.

Zuletzt gibt es da noch die Disziplin. Manche von uns schaffen es sich bestimmte Gebetszeiten anzugewöhnen: Morgen-, Abend- und Tischgebete. Aber wer noch etwas geistliches Leben in sich hat, merkt dass Gebet keine reine Pflichterfüllung sein sollte. Auch Disziplin allein führt nicht zu mehr Gebet, wie es eigentlich aussehen sollte.

Um herauszufinden, wie wir es schaffen häufiger von Herzen zu beten, müssen wir uns anschauen, warum wir so wenig beten.

mehr beten

3. Der Hauptgrund warum wir so wenig beten

Es gibt viele Dinge, die unser Gebet verhindern, doch der Hauptgrund auf den man fehlendes Gebet zurückführen kann, ist fehlende Liebe zu Gott! Oder anders gesagt: Mangelnder Glaube ist die Hauptursache für ein gebetsloses Leben.

Je besser deine Gottesbeziehung ist, desto mehr betest du! Je schlechter deine Gottesbeziehung ist, desto weniger betest du!

Das ist in allen Beziehungen so: Wenn Ehepartner sich nahestehen und nichts zwischen ihnen steht, dann reden sie normalerweise viel miteinander. Sie finden Zeit dafür und teilen ihr leben. Wenn allerdings Sünde in eine Beziehung eintritt, dann trennt sie. Man redet immer weniger oder nur oberflächlich miteinander. Das Bedürfnis miteinander zu reden nimmt immer weiter ab.

Ebenso ist es mit Gott. Wenn wir durch Jesus Christus in eine lebendige Beziehung zu Gott gelangen, dann ist unser Herz mit Freude und Liebe erfüllt und wir beten ganz selbstverständlich. Leider rauben uns viele Dinge dieser Welt die Freude und die Liebe. Wir sündigen und die Beziehung wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Wir verlieren die Freude am Gebet und es wird immer leerer und sinnloser.

„Ich glaube, dass das Gebet in geistlicher Hinsicht ein besserer Gradmesser für den Menschen ist als alles andere, und deshalb gehört die Frage, wie wir beten, zu den wichtigsten Fragen, die wir uns überhaupt stellen können.“ J.I. Packer

Das Gebet ist ein geistlicher Gradmesser für deine Beziehung zu Gott. Wenn du wenig betest, dann weil deine Beziehung zu Gott schlechter geworden ist…

Was können wir tun, wenn wir unsere mangelnde Liebe und unseren fehlenden Glauben erkennen?

4. Wie wir es schaffen mehr zu beten

Nur dort wo die mangelnde Liebe und der unzureichende Glaube zu Gott erkannt werden, ist Veränderung möglich. Auf die Erkenntnis sollte das Bekenntnis und die Bitte um Vergebung folgen. Diese Aussprache und Versöhnung mit Gott ist, wie in jeder anderen schwierig gewordenen Beziehung notwendig.

Die gute Nachricht ist, dass Gott uns gerne verzeiht und gerne die Beziehung wieder voll und ganz herstellt bzw. dadurch  sogar vertieft. Weil Jesus für unsere Sünden gestorben ist, werden sie uns nicht mehr angerechnet, wenn wir sie aufrichtig bekennen. Gott sieht uns als vollkommene Kinder an!

Und es kommt noch besser! Gott bewirkt durch die Pflege der Beziehung zu ihm nach und nach eine Herzenzveränderung. Wir bekommen die Sehnsucht und die Kraft Gott zu danken und ihm all unsere Probleme anzuvertrauen. Wir haben ein innerliches Verlangen – nicht nur theoretisch „ich sollte“ -, sondern praktisch „ich will“ beten.

Aus Liebe und Dankbarkeit Gott gegenüber beten wir immer mehr. Das schenkt allein seine unermessliche Gnade!

Kannst du mir zustimmen? Betest du mehr, wenn du Gott liebst und weniger, wenn deine Liebe nachlässt? Hast du auch schon erlebt, dass dein Gebetsleben erneuert wird, wenn du wieder umkehrst und dich Gott voll und ganz anvertraust?

Warum wir konkret beten sollten!

Viele Christen beten sehr allgemein für dies und das. Ich möchte durch einen kurzen Abschnitt einer Predigt Spurgeons dazu ermutigen, konkret zu beten.

Es gibt sehr viel Verallgemeinerung im Gebet, und Gott verhüte, daß wir ein Wort dagegen sagen sollten, soweit es aufrichtige Gottesverehrung ist; aber wir brauchen mehr bestimmte, ins einzelne gehende Bitten vor Gott, ihn um dies oder das zu ersuchen mit einer klaren Erkenntnis dessen, um das wir bitten. Man hört Gebete in den Betstunden, in welchen alles im Allgemeinen erbeten wird, aber nichts im Besonderen, und doch wird die Wirklichkeit und Herzlichkeit des Gebets oft am besten kund durch das Bitten um bestimmte Segnungen. Seht, wie Abraham, wenn er den Herrn verehrte, ihn nicht nur anbetete und ihn allgemein bat, seine Herrlichkeit zu zeigen, sondern bei einer Gelegenheit flehte er um den verheißenen Erben, ein andermal rief er: »Oh, daß Israel leben möchte von dir!« und bei anderer Gelegenheit tat er Fürbitte für Sodom. Elia betete auf dem Gipfel des Karmel nicht um alle Segnungen der Vorsehung im Allgemeinen, sondern um Regen, um Regen dort und dann. Er wußte, worauf es ankam, blieb bei der Sache und siegte.
Meine Freunde, wir haben viele Bedürfnisse, die drückend genug sind, um sehr bestimmt und genau begrenzt zu sein, und wir sollten gerade so viele klar bestimmte Bitten haben, die wir Gott darbringen, und sind verpflichtet, den göttlichen Antworten darauf mit eifriger Erwartung entgegenzusehen, so daß wir, wenn wir sie empfangen, den Herrn erheben mögen.1

Sicher weiß Gott, was in unserem Herzen ist – und dennoch will er konkret gebeten werden, wie ein ein Vater sich gern der Nöte seines Kindes annimmt…

Konkrete Gebetsanliegen sind vielleicht schwieriger zu formulieren, haben aber folgende Vorteile:

  • Ich werde mir selbst bewusst, was ich von Gott erwarte und will.
  • Ich kann daran ein Stück weit meinen Glauben messen.
  • Ich „pflege“ meine Liebe zu bestimmten Menschen und ihren Nöten, indem ich sie mit Namen erwähne.
  • Ich kann erleben, dass Gott meine Gebete erhört.

Kannst du dem zustimmen? Fallen dir noch weitere Gründe für konkretes Gebet ein?

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Fußnoten:
  1. Charles Haddon Spurgeon, Betet ohne Unterlaß, S. 9-10 []
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