Warum Christen angeblich nicht wählen gehen sollten: Teil 2 – “Christen haben in der Politik nichts verloren“

Bundestagswahl 2013

Ich möchte mich mit den Argumenten auseinandersetzen, die Christen gegen das Wählen und die Beteiligung an der Politik vorbringen. Nach dem ersten Artikel zur Serie „Warum Christen angeblich nicht wählen gehen sollten“  geht es in diesem Artikel um den Vorwurf, Politik sei ein schmutziges Geschäft, in dem Christen nichts verloren hätten.

Was läuft da nicht alles verkehrt und schief? Aus christlicher Sicht gibt es einige falsche Gesetze (angefangen bei A wie Abtreibung bis hin zu Z wie Zellforschung zur Herstellung von Embryonen)… Die aktuellen Poliker scheinen stark durch bestimmte Lobbys und das Europäische Parlament bestimmt zu werden… Die meisten führenden Politiker sind (durch ihre zahlreichen Ehen, das Ausleben von homosexuellen Neigungen usw.) nicht gerade Vorbilder…

Was haben Christen da verloren? Dürfen sie solch ein vekehrtes System unterstützen?

Meine Antwort darauf ist zunächst ganz schlicht – es ist wahr, dass vieles im Argen liegt. Das kann man nicht und will ich auch gar nicht leugnen. Missstände und Sünde muss klar beim Namen genannt werden und können nicht gut geheißen werden. Aber bedeutet das, dass wir das System an sich meiden sollten oder es an sich schlecht ist?

Was tun wir, wenn es Misstände in der Gemeinde gibt? Sollten wir sie verlassen und uns nicht mehr an eine Gemeinde wenden? Oder sollte unser Zielsein, wenn nötig durch harte Gespräche, die Missstände zu beseitigen? Ebenso wie die Gemeindeleitung, empfängt auch der Staat seine Autorität von Gott (Römer 13,1-2). Und dazu hat der Staat auch einen positiven göttlichen Auftrag. Deshalb finden wir bei Jesus (Markus 12,13-17), bei Paulus (Römer 13,1-7) und Petrus (1.Petrus 2,13-14) zunächst eine positive Voreinstellung gegenüber den herrschenden Politikern (obwohl sie in höchster Form gottlos waren)!

Die Politik ist an sich kein schmutziges Geschäft. Es muss nicht immer verkehrt laufen. Christen sollten Politiker wertschätzen und können sich auch selbst in der Politik einbringen, ohne zu sündigen.

In der Bibel gibt es nicht nur die israelitischen Richter, Könige und Beamte, sondern auch gläubige „Politiker“ in heidnischen Systemen:

  • Josef war der Stellvertreter des Pharao in Ägypten. Gott gebrauchte ihn außerordentlich zum Segen für Ägypten und seine Familie.
  • Daniel ist in verschiedenen Reichen (Babylonier / Meder- & Perser) die politische Kariereleiter hinaufgestiegen, bis er zu den höchsten drei Beamten gehörte.
  • Esther war eine persische Königin des perischen Weltreichs. Gott rettete durch sei sein Volk vor der Vernichtung.
  • Auch im Neuen Testament gibt es einige Belege für politische Persönlichkeiten, die zum Glauben kamen, aber offensichtlich nicht ihre Ämter aufgeben mussten (im Hohen Rat & im Rat von Athen).

Christen haben in der Politik nichts verloren

Ich kann mir vorstellen, dass es unheimlich schwer ist als christlicher Politiker. Die CDU ist ein trauriges Beispiel dafür, dass viele christliche Politiker den Weg nicht ohne falsche Kompromisse gehen können. Aber sollte uns das abhalten uns für das Richtige einzusetzen? Sollten wir uns ganz aus den politischen Angelegenheiten raushalten? Nein, obwohl vieles in der Politik im Argen ist, sollten wir uns (gerade weil wir die Wahrheit in Person kennen) für Gottes Werte und Ordnungen auch in unserer Gesellschaft einsetzen!

Weitere Artikel der Serie „Warum Christen angeblich nicht wählen gehen sollten“ sind:

Ein Gedanke zu „Warum Christen angeblich nicht wählen gehen sollten: Teil 2 – “Christen haben in der Politik nichts verloren““

  1. Ja, sich selbst Gottes Werte und Ordnungen aneignen. Das macht Mühe ! Danach kann man , wenn auch immer lückenhaft das in der Gesellschaft vertreten. Dabei gibt es VIEL Gegenwind und WIDERSTAND ! Da müssen wir – unbequem bis deprimierend – DURCH.
    Dabei hilft neben Bibellesen und Gebet sehr viel die Gemeinschaft mit Gläubigen. (Warum kann ich gar nicht richtig sagen; weil für Gott „Kirche“ WICHTIGST ist und man eben die Erfahrung macht.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.