Wie viele Menschen waren unter dem Kreuz von Jesus versammelt?

Wer war am Kreuz dabei?

Manchmal gibt es so Bilder und Vorstellungen von Menschen, dass Jesus ziemlich einsam am Kreuz hing. Doch wer war da eigentlich bei der Kreuzigung alles versammelt? Wie viele waren es in etwa insgesamt?

Wir sammeln erstmal die einzelnen genannten Personen / Gruppen:

1. Die römischen Soldaten unter dem Kreuz Jesu

Da Israel von den Römern besetzt war und Jesus durch Pontius Pilatus vom römischen Gericht verurteilt wurde, waren es römische Soldaten, die Jesus zum Kreuz führten und ihn annagelten. Sie machten sich über Jesus lustig und losten um seine Kleidung. Sie bewachten die ganze Szene. Vgl. Mt 27,31.35-36; Mk 15,24; Lk 23,34; Joh 19,23-24.

Unter ihnen war ein Hauptmann, der besonders erwähnt wird, weil er zur Erkenntnis kam, dass Jesus wirklich Gottes Sohn gewesen sein muss: Mt 27,54; Mk 15,39; Lk 23,47. Dieser „Centurio“ muss in etwa 80 Männer unter sich gehabt haben. Wenn man sich bewusst macht, dass diese Soldaten drei Schwerverbrecher zur Hinrichtungsstätte treiben, bewachen und vor einer Befreiungsaktion schützen mussten, dann ist diese Zahl realistisch. Allein diese erste Gruppe zeigt, dass es nicht gerade wenige Personen waren…

2. Der Statthalter Pontius Pilatus unter dem Kreuz Jesu

Pilatus war entweder gar nicht oder nur anfangs bei der Kreuzigung dabei. Er schrieb das Schild „Jesus von Nazareth, der König der Juden“ wahrscheinlich nicht selbst, sondern ließ es schreiben. Es wurde über Jesu Kreuz aufgehängt, was den Hohepriestern nicht gefiel (vgl. Joh 19,19-22). Die Tatsache, dass er sich erst danach erkundigen musste, ob Jesus wirklich schon gestorben sei (Mk 15,44) spricht dafür, dass er nicht am Tatort Golgatha selbst anwesend war.

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3. Viele Menschen aus dem Volk waren unter dem Kreuz Jesu

Es waren damals viele Menschen („eine große Volksmenge“), die an den drei Kreuzen vorbeigingen und über Jesus spotteten (vgl. Mt 27,39-40; Mk 15,29-30; Lk 23,27). D.h. die Hinrichtungsstätte war damals bewusst an einem öffentlichen Ort oder an einer Straße gelegen, an der viele Menschen entlang mussten. So wurden sie davon abgeschreckt kriminell zu werden.

Zehn oder zwanzig Personen werden wohl kaum als große Volksmenge bezeichnet worden sein. Aufgrund des Passafestes war Jerusalem überfüllt und mindestens Hunderte von Menschen müssen an Jesus vorbeigezogen sein oder sich zumindest kurzfritstig an den Kreuzen aufgehalten haben.

Vielleicht war Simon von Kyrene noch dabei, nachdem er Jesu Kreuz tragen musste (vgl. Mt 27,32; Mk 15,21; Lk 23,26). Sicher war er erschöpft und sah die Kreuzigung mit an, während er sich ausruhte.

4. Hohepriester, Schriftgelehrte und Älteste unter dem Kreuz

In den drei synoptischen Evangelien werden die Hohepriester, Schriftgelehrten und Ältesten besonders aus dem Volk herausgegriffen. Sie als Anführer des Volkes lehnten Jesus ab und spotteten über ihn: Mt 27,41-43; Mk 15,31; Lk 23,35. Ob unter ihnen Josef von Arimathäa oder auch Nikodemus dabei waren, wissen wir nicht (vgl. Joh 19,38-39).

Sie hatten offensichtlich großes Interesse an dem Schicksal von Jesus aus Nazareth. Vielleicht wollten sie sichergehen, dass es wirklich zu einem Ende mit diesem Jesus kommt. Ich schätze einfach mal, dass es auch so 20-30 Personen gewesen sein müssen, die hier als Hohepriester, Schriftgelehrte und Älteste bezeichnet werden.

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5. Einige Jüngerinnen von Jesus waren dabei

In allen Evangelien werden die Jüngerinnen als Augenzeugen der Hinrichtung von Jesus besonders erwähnt. Unter ihnen müssen folgende Frauen gewesen sein, die seine Jüngerinnen waren:

  • Maria von Magdala (Mt 27,56; Joh 19,25)
  • Maria die Mutter von Jakobus und Josef – die Mutter von Jesus (Mt 13,55; 27,56; Joh 19,26-27)
  • Maria die Frau des Klopas (Joh 19,25)
  • die Mutter von den Zebedäussöhnen (Mt 27,56)
  • Salome (Mk 15,40)

In Markus 15,41 heißt es, dass da noch „viele“ weitere unbekannte Frauen dabei waren. D.h. es müssen nochmal 10-20 Personen gewesen sein.

6. Johannes der Jünger von Jesus

Der Lieblingsjünger und Autor von fünf Schriften des NT, Johannes, Sohn des Zebedäus, war sehr wahrscheinlich der einzige der zwölf Jünger von Jesus, der bei der Kreuzigung von Jesus dabei war.

Die anderen Jünger waren mit Ausnahme von Petrus und Johannes bereits seit der Gefangennahme von Jesus geflohen. Sie hatten Angst um ihr Leben. Nachdem nur Petrus und Johannes Jesus zum Verhör folgten, war vermutlich allein Johannes bei der Kreuzigung anwesend, weil Petrus nach seiner Leugnung auch floh. Johannes wird von Jesus aufgefordert, sich um seine Mutter zu kümmern und diese um ihn (Joh 19,26-27). Die anderen Jünger werden in keinem Evangelium erwähnt.

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7. Fazit: Wie viele Menschen waren vermutlich unter dem Kreuz von Jesus versammelt?

Wenn man die oberen Menschen zählt, kommen einige Personen zusammen. Nach meinen vorsichtigen Schätzungen sollten es zu Spitzenzeiten mindestens 150 Personen gewesen sein. Insgesamt werden noch viel mehr Menschen Jesus am Kreuz gesehen haben.

Ich finde es beeindruckend zu sehen, wer da alles anwesend war und wer gefehlt hat…

All diese Menschen werden ihr eigenes Bild von diesem Jesus gehabt haben. Sie sahen das mitunter größte Ereignis der Menschheitsgeschichte, den Tod von Gottes Sohn am Kreuz! Direkt vor ihren Augen. Was haben sie damit angefangen?

Heute hören Millionen von Menschen von der Kreuzigung Jesu. Was machen sie damit?

Ein Gedanke zu „Wie viele Menschen waren unter dem Kreuz von Jesus versammelt?“

  1. Die meisten Menschen haben nicht mitbekommen, dass hier der Sohn Gottes stirbt. Für die Römischen Soldaten war er ein Aufrührer. Für die Pharisäer und Sadduzäer war er ein Betrüger, der es gewagt hat seine Stimme gegen sie zu erheben, und dem sie gezeigt haben, wer am längeren Hebel sitzt. Für die Jünger war die Welt zusammengebrochen, ich habe den Eindruck, sie wussten nicht was sie glauben sollten. Das War doch der Messias, der dem Volk Israel das Heil bringen sollte, der kann doch jetzt nicht sterben. Und das restliche Volk sah in ihm irgend was dazwischen. Keiner sah den Sohn Gottes, der für sie das Heil erkauft. Am meisten bewundere ich den Schächer. Er scheint der einzige zu sein, der verstanden hat, das das Reich Gottes nach dem Tod Jesu beginnt.

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