Meine erste Beerdigung
Eine liebe Schwester aus der Gemeinde ist letzten Samstag gestorben. Sie ist ein großer Verlust für uns... Auch für mich war sie immer wieder eine Ermutigung.
Anna Jahn
* 25.10.1939
+ 17.04.2010
Auferstehung ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung
Gedenken unsere Liebe.
(Aurelius Augustinus)
So kam es, dass ich auf Wunsch der Angehörigen am Mittwoch meine erste Beerdigung gehalten habe. Natürlich war ich davor sehr aufgeregt. Aber ich habe Gottes Hilfe erfahren und es ist alles sehr gut abgelaufen.
Es ist traurig und zugleich schön eine gläubige Glaubensschwester zu beerdigen, weil ich weiß, dass sie jetzt bei ihrem Herrn Jesus ist. Das Wetter war ganz passend dazu teils Sonnenschein, teils wolkig-regnerisch.
Vorträge von Dr. Armin Buchholz
Ja, es war gut. Richtig gut.
Am Samstag sprach Armin zuerst über den "Glauben aus Liebe - unsere Beziehung zu Gott". Hier führte er aus welch einen Irrglauben es im Mittelalter gab (und teilweise immer noch gibt) und zu welch einem Glauben Luther in der Heiligen Schrift fand. Wahrer Glaube beweist sich im Angesicht des Todes - sind wir bereit Gott zu begegnen? Luther verzweifelte trotz größter Anstrengungen an sich selbst. Er erkannte, dass er in seiner Sündhaftigkeit gefangen ist und deshalb nie gerecht, heilig und rein werden kann. In dieser Selbstverzweiflung fand er das Evangelium, nämlich dass Gott gerade die Sünder und nicht die vermeintlich Gerechten annimmt. Die Rechtfertigung aus Glauben wurde uns dann von Armin noch auf verschiedene andere Art und Weise in einfachen Worten erklärt!
Am Samstag Abend ging es dann um die "Liebe aus Glauben - unsere Beziehung zum Nächsten". Dieser Teil war für mich etwas neuer und hat mich deswegen noch mehr angesprochen. Liebeswerke sind ohne den wahren Glauben selbstzentriert und damit nicht wahre Liebe. Man muss genauer hinschauen - weshalb tun wir so viel gute Dinge? Um Gott zu gefallen oder selbst besser vor Gott dazustehen? Um unsere eigene Geistlichkeit zu bestätigen? Um uns z.B. durch bestimmte Dienste über andere zu erhöhen? Lieben wir eigentlich nur zum Selbstzweck? Z.B. um geliebt zu werden? Wahre Liebe kommt aus dem Glauben, sie ist nicht auf sich selbst bezogen oder auf den eigenen Vorteil gesinnt... Wahre Liebe ist ohne Bedingung... Wahre Liebe ist verschwenderisch...

Im Gottesdienst am Sonntag hat Armin dann über das "Zu Gott kommen" gesprochen. Der Predigttext war Lukas 18,9-14 (wie der Pharisäer und der Zöllner zu Gott kommen) und 18,15-17 (wie die Kinder zu Jesus kommen können).
Wer die Vorträge gerne nachhören möchte, kann sich die Aufzeichnungen bei mir gerne kaufen (Erlös geht an das Technikteam meiner Gemeinde).
Einladung zu “Luther-Vorträgen” mit Dr. Armin Buchholz
Es ist fast zu spät. Aber wenn es sein soll, ist es nie zu spät.
Also eine Einladung für Kurzentschlossene:

Und die Rückseite des Flyers:

Ich freue mich schon sehr darauf und glaube, dass es richtig gut wird!
Gemeindebesuch in Paderborn (Mai 2009)
Halli hallo!
Wir waren am Sonntag (24. Mai) außer auf den Gemeindetagen in Salzkotten, nachmittags noch bei einer uns bekannten evangelisch-lutherischen Brüdergemeinde in Paderborn: Sie trifft sich am Sonntag immer um 15 Uhr im Rotheweg 63 (Matthäus-Zentrum). Ihr Gemeindeleiter heißt Albert Rauser und ist nach meinem Ersteindruck sehr nett.
Upps... wer sind eigentlich "wir"? "Wir" sind unser Kinderchor, die Leiter des Kinderchors, eine Familie aus unserer Gemeinde, meine Oma und ein paar Jugendliche. Der Kinderchor hat 6 Lieder gesungen und ich habe mit einer Predigt zum Gottesdienst beigetragen.
Hier ein paar wenige Bilder...
Wiedermal ein Gebet…
...weil ich einfach weiß, dass ich von Gott abhängig bin.
Herr, Gott, lieber Vater im Himmel,
ich bin wohl unwürdig des Amtes und Dienstes,
darin ich deine Ehre verkündigen
und der Gemeinde pflegen und warten soll.
Aber weil du mich zum Hirten und Lehrer
des Wortes gesetzt hast –
das Volk auch der Lehre und des Unterrichtes bedürftig ist, –
so sei du mein Helfer und lasse deine heiligen Engel
bei mir sein.
Gefällt es dir dann,
durch mich etwas auszurichten,
zu deinen Ehren und nicht zu meiner
oder der Menschen Ruhm,
verleihe mir auch aus lauter Gnade und Barmherzigkeit
den rechten Verstand deines Wortes,
und vielmehr, dass ich es auch tun möge.
Martin Luther zugeschrieben
Predigtvorbereitung
Ich sitze gerade an der nächsten Predigt und es geht nur schleppend voran...
Da habe ich mich an das Gebet von Martin Luther erinnert:
Treuer Gott, ich habe begonnen, zu predigen und das Volk zu unterrichten, aber es geht nicht, es geht nur so mit stocken und stammeln; aber das tut nichts zur Sache. Du hast mir befohlen, dein Wort zu verkündigen, darum werd' ich es nicht aufgeben. Misslingt es, dann misslingt es Dir, gelingt es, dann gelingt es mir und dir ...
Gemeinschaftsprojekt: Geben und Nehmen
Hallo Hallo!
Heute wollte ich euch kurz von unserem Gemeindeprojekt "Geben und Nehmen" berichten. Und zwar wollen einige Jugendliche russisch lernen und einige Erwachsene ein paar Grundkenntnisse am Computer sammeln. Beide Gruppen wollen jetzt einander helfen: ein paar fitte Jugendliche bringen den interessierten Erwachsenen den Umgang mit dem PC bei und im Gegenzug verpflichten sich einige Erwachsene den Jugendlichen etwas russisch beizubringen.
In der Theorie klingt es ganz einfach. Mal schauen wie es sich umsetzen lässt. [Aktuellere Beschreibung]
Vorteile des kleinen Hauskreissystems
Halli Hallo!
Ich habe berichtet, dass ich relativ kurz nach meiner Einstellung das Jugendhauskreissystem geändert habe: Es gibt jetzt mehr und damit kleinere Gruppen (4-7 Personen). Dies ist dann kurze Zeit darauf auch bei den Erwachsenen geschehen. Heute wollte ich kurz auswerten, wie es jetzt gelaufen ist und worauf ich nächstes mal gleich achten würde.
Zuerst einmal war das für viele eine mittelgroße Umstellung - vor allem die Erwachsenen hatten damit zu kämpfen. Doch dann nach bereits zwei Treffen waren die meisten Hauskreisgruppen sehr begeistert... Nunja dennoch gab es nicht von allen Zustimmung, sondern v.a. eine Person bei den Erwachsenen war absolut unzufrieden - ihr haben bestimmte Personen im Hauskreis gefehlt (eine Vertrauensperson und jmd. dem sie gerne zuhört...). Darauf sollte man eigentlich schon in der Hauskreisaufteilung achten: Die Erwachsenen haben sich nach geographischer Lage aufgeteilt- das ist nicht zu empfehlen, vor allem, wenn die meisten Teilnehmer mobil sind. Wir Jugendlichen haben uns dagegen nach Reife (Alter) und Beziehungen aufgeteilt - das ist eindeutig gelungen.

Nun dann die Nachteile, die mir jetzt zum "kleinen Hauskreis" einfallen - und wie wir versuchen sie aufzuheben.
1. Wenn es so wenige sind, besteht die Gefahr, dass der ganze Hauskreis ausfällt: Dies ist tatsächlich auch schon geschehen. Doch viele Hauskreise haben die Beobachtung gemacht, dass die Teilnehmer jetzt viel verbindlicher, d.h. häufiger kommen, als früher. Früher kamen 10-15 und heute sind es insgesamt 17-20 Personen. Außerdem lösen wir das (seltene) Problem jetzt so, dass die fehlenden Personen die Ausarbeitung bekommen und die 1-3 übriggebliebenen Personen sich einem anderen Hauskreis anschließen.
2. Durch die Teilung hat man eventuell weniger Kontakt zu bestimmten Personen. Ich glaube, dass es sowieso nicht möglich ist, an einem Abend mit mehr als 3-5 Personen intensiveren Kontakt zu haben. Im großen Hauskreis hat man nur mehr oberflächlichere Kontakte und weniger intimere Kontakte. Doch um die Gruppenbildung wirklich nicht zu stark werden zu lassen, haben wir etwa jede vierte Woche einen Gesamthauskreis mit allen Hauskreisteilnehmern. Außerdem könnte man überlegen die Hauskreise nach einiger Zeit neu aufzuteilen (auch wenn das sicher erstmal mit Stunk verbunden ist).
Hmm... mehr fällt mir gerade auch nicht ein. Achja doch noch eins:
3. Dadurch, dass bestimmte "begabte" Hauskreisteilnehmer nicht in der eigenen Gruppe sind, nimmt die Qualität zunächst ab. Zum Beispiel fehlt manchen Erwachsenenhauskreisen ein starker Sänger... andere Gruppen vermissen den Dauerredner oder Alleswisser... usw. Doch ich glaube, dass dadurch die kleine Gruppe sich ihrem eigenen Status bewusst werden und viel schneller wachsen werden, als wenn die Begabten ihre Schwäche ausfüllen...
Zum Schluss kurz 10 Vorteile von kleinen Hauskreisen ("Kleingruppen"):
1. Die Teilnehmer kommen insgesamt häufiger, weil jeder Einzelne fehlt, die Hauskreisleiter ihnen "nachgehen" usw.
2. Die Teilnehmer sind beim Gespräch aktiver, weil sie häufiger gefragt werden und die Aufmerksamkeit viel häufiger auf sie gerichtet ist.
3. Die Teilnehmer entwickeln schneller tiefere Beziehungen / Freundschaften.
4. Die Teilnehmer können aufgrund des tieferen Vertrauens persönlichere Fragen stellen.
5. Die (persönlichen) Fragen können besser besprochen werden bzw. auf die Person eingegangen werden.
6. Es können insgesamt mehr persönliche Anliegen behandelt werden.
7. Die Teilnehmer lernen mehr, weil sie häufiger kommen und aktiver zuhören bzw. mitmachen.
8. Die Hauskreise wachsen schneller (sind evangelistischer), weil sie so klein sind und wünschen größer zu sein.
9. Die neuen Hauskreisteilnehmer finden mehr Beachtung und können schneller integriert werden.
10. Es gibt insgesamt mehr Hauskreisleiter, die durch die Vorbereitung noch mehr lernen, als die Teilnehmer.
Ich muss sagen, dass die Vorteile jetzt, nach nur wenigen Monaten, schon spürbar sind. Ich bin voller Zuversicht, dass Gott diese Arbeit auch weiterhin segnet.
Mich würden aber auch eure Hauskreiserfahrungen interessieren. Schreibt mal einen Kommentar...
Warum Nächstenliebe?
Gestern hatten wir einen schönen Festgottesdienst mit dem Thema: Gottes Glanz trotzt den Krisen. Außerdem waren der Oberkirchenrat der Hannoverschen Landeskirche Dr. Hans-Christian Brandy und der Superintendent hier aus Gifhorn Michael Thiel da. Wir haben vor einiger Zeit anlässlich meiner Einstellung eine Vereinbarung mit der Landeskirche getroffen (bzgl. meiner Rechte und Pflichten gegenüber der Landeskirche) und diese gestern unterschrieben.
Nun zum eigentlichen Punkt
Die beiden haben bei uns in der Brüdergemeinde gepredigt und mir ist durch die Predigt von Brandy wieder ganz neu und wichtig geworden, warum wir überhaupt Nächstenliebe üben sollen. Er hat von Gottes Herrlichkeit gepredigt und in diesem Zusammenhang auch ausgeführt, dass der Mensch eine gewisse Herrlichkeit von Gott bekommen hat.
Dies ist der Punkt: Gott möchte, dass wir einander - den Menschen den wir vor unserer Nase haben - lieben, ehren und schätzen, weil wir Ebenbilder Gottes sind. Er hält uns Menschen für wertvoll und wird deshalb das kleinste Vergehen an einem der "Geringsten" rächen. Allein aufgrund von Gott hat der Mensch eine Würde, die wir schätzen sollten. Das ist ein großer Punkt weshalb Gott Nächstenliebe fordert.
Worauf sonst soll man die Würde des Menschen und das Gebot der Nächstenliebe gründen? Wie sonst ist eine Ethik möglich?
Erste Beerdigung
Heute habe ich das erste mal "als Prediger" an einer Beerdigung teilgenommen. Ich durfte bei der Nachfeier (Essen, Kaffee und Kuchen) eine kurze Ansprache halten und wurde unabgesprochen zum Leiter des nachfolgenden Programms...
Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mit Gewissheit etwas zum Tod und dem darüber hinaus sagen kann. Für viele Menschen ist das eine unüberwindbare Grenze, mit der man sich auch nicht beschäftigen möchte...
