Fass dir an die Ohren
Zur Serie "Stolz & Demut".

Martin Luther schreibt für Theologiestudenten:
Fühlst du dich aber und läßt dich dünken, du habest es gewiß, und kitzelst dich mit deinen eigenen Büchlein, Lehren oder Schreiben, als habest du es sehr köstlich gemacht und trefflich gepredigt, gefällt es dir auch sehr, daß man dich vor anderen lobe, willst auch vielleicht gelobt sein, sonst würdest du trauern oder nachlassen, - bist du von der Art, Lieber, so greif dir selber an deine Ohren.
Und greifst du recht, so wirst du finden ein schön Paar großer, langer, rauher Eselsohren. So wende vollends die Kosten dran und schmücke sie mit güldnen Schellen, auf daß, wo du gehst, man dich hören könnte, mit Fingern auf dich weisen und sagen: Seht, seht, da geht das feine Tier, das so köstliche Bücher schreiben und trefflich wohl predigen kann. Alsdann bist du selig und überselig im Himmelreich. Ja, wo dem Teufel samt seinen Engeln das höllische Feuer bereitet ist. Summa, laßt uns Ehre suchen und hochmütig sein, wo wir mögen. In diesem Buch ist Gottes die Ehre allein und heißt: 'Deus superbis resistit, humilibus autem dat gratiam.' (1 Petr 5,5) Amen.
(Aus M. Luthers Vorrede zum ersten Band der Wittenberger Ausgabe der deutschen Schriften, 1539, WA 50; 658, 29-661,8)
Stolz & Schande
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Wer stolz ist, verliert
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Ein Rabe hatte einmal aus einem offenen Fenster eines Wohnhauses ein Stück Käse gestohlen. Er setzte sich auf einen hohen Baum und wollte den Käse genüsslich verzehren. Und wie es eben Rabenart ist: Man hörte seine Fressgeräusche weit. Man hörte, dass es ihm schmeckte. Das vernahm ein Fuchs. Der dachte bei sich: „Wie komme ich zu dem Käse? Jetzt weiß ich's!” Er schlich sich ganz nahe an den Baum, auf dem der Rabe saß, und sagte: „O, lieber Rabe! Ein ganzes Leben lang habe ich noch keinen so schönen Vogel gesehen wie dich. Und wenn deine Stimme auch so schön klingt, wie du schön bist, dann sollte man dich zum König über alle Vögel krönen.” Das tat dem Raben gut. Das hatte noch niemand zu ihm gesagt. Dass der Fuchs so gut zu ihm sein konnte? Der Rabe wurde ganz stolz, plusterte sich auf und machte sich bereit zum Singen. Dabei vergaß er seinen Käse. Wie er nun seinen Schnabel aufmachte und den ersten Ton herauskrächzte, fiel der Käse auf den Boden, genau vor das Maul des Fuchses. Der Fuchs machte sich sofort ans Fressen und lachte über den dummen Raben. (Nach einer Fabel von Martin Luther)
Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall! Sprüche 16,18
Was ist Stolz?
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Andere Worte für Stolz sind: Anmaßung, Arroganz, Aufgeblasenheit, Blasiertheit, Dünkel, Einbildung, Hochmut, Hochmütigkeit, Hoffart, Selbstachtung, Selbstbewußtsein, Selbstgefühl, Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstüberhebung, Unbeugsamkeit, Vornehmheit, Überheblichkeit

Auszüge aus Wikipedia: Stolz ist das Gefühl einer großen Zufriedenheit mit sich selbst (Hochachtung). Stolz entspringt der Gewissheit, etwas Besonderes oder Anerkennenswertes geleistet zu haben oder zu sein.

- Anmaßung, Arroganz, Aufgeblasenheit, Blasiertheit, Durchsetzungsvermögen, Dünkel, Einbildung, Erhabenheit, Größe, Herablassung, Hochmut, Hochmütigkeit, Hoffart, Selbstachtung, Selbstbewußtsein, Selbstgefühl, Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstüberhebung, Sicherheit, Unbeugsamkeit, Vornehmheit, Würde, Überheblichkeit
- ist Synonym von: Ansehen, Blasiertheit, Dünkel, Ehre, Ehrgefühl, Einbildung, Gesicht, Herablassung, Herrschsucht, Hochmut, Hoffart, Leumund, Nimbus, Prestige, Reputation, Selbstbewußtsein, Selbstgefälligkeit, Selbstgefühl, Selbstsicherheit, Selbstüberhebung, Selbstvertrauen, Sicherheit, Überheblichkeit, Wichtigkeit


