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Übersicht über das Matthäus-Evangelium

Es gibt wenige, die einen Überblick über das Matthäus-Evangelium haben. Doch das ist meines Erachtens unheimlich wichtig, wenn man ein Buch verstehen will. Die folgenden beiden Videos schaffen es in wenigen Minuten die wesentlichen Aussagen und Blöcke vom Evangelium nach Matthäus zu vermitteln.

Ich finde die Videos so gut und gehaltvoll, dass ich sie mir mehrmals anschaue!

Hier eine ganz knappe Übersicht vom Matthäusevangelium:

  1. Matthäus 1-3: Wie Jesus mit dem Alten Testament verbunden ist
  2. Matthäus 4-7: Gottes Königreich wird angekündigt 
  3. Matthäus 8-10: Jesus bringt Gottes Reich ins Leben der Menschen
  4. Matthäus 11-13: Reaktionen auf Jesus und Gleichnisse über das Königreich
  5. Matthäus 14-20: Unterschiedliche Erwartungen an den Messias
  6. Matthäus 21-25: Kollision der Königreiche
  7. Matthäus 27-28: Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung 

 

Alternative Gliederung bzw. Struktur zu Psalm 1

Laguna de las Lavanderas

Vor einiger Zeit habe ich bereits eine Gliederung zu Psalm 1 vorgestellt. In der MacArthur Studienbibel habe ich jetzt eine interessante alternative Gliederung zu Psalm 1 gefunden.

Dort heißt es auf Seite 741:

„In zwei kontrastierenden Zyklen ordnet Ps 1 alle Menschen ihren jeweiligen geistlichen Kategorien zu:

I. Die Beobachtung zeigt, dass sich alle Menschen sittlich in zwei Gruppen einteilen lassen (1,1-4)
A. Ein Bild der Gottesfürchtigen (1,1-3)
B. Ein Bild der Gottlosen (1,4)

II. Die Konsequenzen zeigen, dass sich alle Menschen juristisch in zwei Gruppen einteilen lassen (1,5-6)
A. Das Versagen der Gottlosen (1,5)
B. Die Früchte der Lebensstile (1,6)
1. Die Anerkennung der Gottesfürchtigen (1,6a)
2. Das Verderben der Gottlosen (1,6b)“

Diese Gliederung zielt starkt auf den Kontrast innerhalb des Psalms ab. Darauf bin ich im Artikel „Nur zwei Lebenswege?“ eingegangen.

Struktrell finde ich die erste Gliederung aber deutlich besser! Was meint ihr?

Bildquelle: Eduardo Amorim via Compfight

Gliederung bzw. Struktur zu Psalm 1

Lieder zu Psalm 1

Die Struktur / Gliederung des Psalms 1 ist recht einfach zu erkennen:

1. Beschreibung des Gerechten (1,1-3)
a) Negativ (1,1)
b) Positiv (1,2)
c) Metaphorisch / bildlich (1,3)
2. Beschreibung des Gottlosen (1,4-5)
3. Abschließende Gegenüberstellung (1,6)

Ich finde solche Strukturen immer sehr hilfreich, um den Text klarer zu sehen…

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Damit man den Text vor Augen hat, hier noch einmal mit Psalm 1:

1. Beschreibung des Gerechten (1,1-3)

a) Negativ (1,1)

1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 

b) Positiv (1,2)

2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 

c) Metaphorisch / bildlich (1,3)

3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

2. Beschreibung des Gottlosen (1,4-5)

4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.  5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

3. Abschließende Gegenüberstellung (1,6)

6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.

Die beiden Hauptlinien „Lehre“ und „Werke“ im Titusbrief

Die beiden Hauptlinien des Titusbriefs werden in dieser Zusammenfassung deutlich:

  1. Briefeinleitung (1,1-4): Paulus, der den Auftrag hat die gesunde Lehre,1 die zu einer heiligen Lebensweise führt,2 bekannt zu machen, grüßt Titus.
  2. Titus soll Älteste einsetzen, die sich durch eine heilige Lebensweise und das Festhalten an der gesunden Lehre auszeichnen (1,5-9).
    1. Die heilige Lebensweise, die Voraussetzung für den Dienst der Ältesten ist, wird beschrieben (1,5-8).
    2. Die andere Voraussetzung ist das Festhalten an der gesunden Lehre, weil die Gemeinde allein durch sie auferbaut und korrigiert wird (1,9).
  3. Die Herausforderung sind die vielen Kreter, die nicht der gesunden Lehre glauben und keine heilige Lebensweise haben. Sie müssen zurechtgewiesen werden, weil sie ohne gesunde Lehre nicht zu einer heiligen Lebensweise fähig sind. (1,10-16)
    1. Die Kreter werden mit ihrer ungesunden Lehre und unheiligen Lebensweise beschrieben (1,10-12).
    2. Titus soll die Gläubigen, die Irrlehren anhängen zurechtweisen (1,13-15).
    3. Die unheilige Lebensweise der scheinbar Gläubigen widerspricht der gesunden Lehre (1,16).
  4. Titus soll verschiedene Gemeindegruppen mit gesunder Lehre versorgen. Sie fordert zu einer heiligen Lebensweise auf (2,1-10).
  5. Die gesunde Lehre von Jesus Christus führt zu einer heiligen Lebensweise (2,11-15).
  6. Titus soll die Gläubigen die heilige Lebensweise bzgl. der Öffentlichkeit und anderer Mitmenschen lehren (3,1-2).
  7. Durch die gesunde Lehre von dem Heilshandeln Jesu wurden Paulus und alle anderen Gläubigen, die früher alle unverständig waren, Erben des ewigen Lebens (3,3-7).
  8. Titus soll die gesunde Lehre mit Nachdruck verkünden, wohingegen Streitereien vermieden und die Irrlehrer ganz ausgeschlossen werden sollen, weil sie sich für eine unheilige Lebensweise entschieden haben (3,8-11).
  9. Briefschluss (3,12-15): Die gläubigen Kreter sollen die heilige Lebensweise erlernen (3,14) und gegrüßt werden, weil sie durch den Glauben (die gesunde Lehre) mit Paulus und seinen Mitarbeitern verbunden sind (3,15).

 

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Fußnoten:
  1. Paulus gebraucht dafür die Worte „Glaube„, „Wahrheit“ und „sein Wort“ bzw. „Predigt, die mir anvertraut ist„ []
  2. In der Lutherübersetzung heißt es „die dem Glauben gemäß ist“. Wörtlich ist es aber „die der Gottesfurcht entspricht“. Gottesfurcht steht für ehrfurchtsvolles Verhalten gegenüber Gott. []
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Gliederung des Titusbriefs

Ich schaue mir zur Zeit wöchentlich ein Buch der Bibel ganz besonders intensiv an. Diese Woche ist es der Brief des Paulus an Titus.

Die Gliederung eines Buches sagt schon einiges über das Verständnis dessen aus, der das Buch gegliedert hat. Man erkennt, wohin es gehen soll. So gliedert die Thompson-Studienbibel den Brief folgendermaßen:

  1. Zur Ordnung in der Gemeinde (Kap. 1-2)
  2. Der Christ in der Welt & Schlussermahnungen (Kap. 3)

Das ist nicht so ganz glücklich, weil die Anweisungen an die verschiedenen Gruppen der Gemeinde in Kap. 2 selbstverständlich auch eine Außenwirkung haben und Kap. 3 auch einige gemeindeinternen Anweisungen enthält (3,8-11).

Detaillierter, aber von der Einteilung etwas ähnlich ist die Gliederung von John MacArthur in seiner Studienbibel:

  1. Gruß (1,1-4)
  2. Grundsätze für effektive Evangelisation (1,5 – 3,11)
    1. Unter Leitern (1,5-16)
      1. Anerkennung von Ältesten (1,5-9)
      2. Tadel falscher Lehrer (1,10-16)
    2. In der Gemeinde (2,1-15)
      1. Heilige Lebensweise (2,1-10)
      2. Gesunde Lehre (2,11-15)
    3. In der Welt (3,1-11)
      1. Heilige Lebensweise (3,1-4)
      2. Gesunde Lehre (3,5-11)
  3. Schluss (3,12-14)
  4. Segenswunsch (3,15)

Interessant ist hier, dass der Inhalt des Briefes unter das Thema „Grundsätze effektiver Evangelisation“ gestellt wird. Das ist nicht falsch, weil dieser Aspekt thematisiert wird (z.B. 2,8.10; 3,14), aber es ist meines Erachtens nicht der Fokus des Briefes.

Dieser ist aber auch in seiner Gliederung leicht sichtbar: Es geht im Titusbrief hauptsächlich um die heilige Lebensweise und die gesunde Lehre. Das sind die beiden Hauptlinien des Buches, die miteinander verwoben werden. Deshalb habe ich den Brief folgendermaßen gegliedert:

  1. Briefeinleitung (1,1-4)
  2. Voraussetzungen für Älteste (1,5-9)
    1. Heilige Lebensweise (1,5-8)
    2. Gesunde Lehre (1,9)
  3. Herausforderung Kreter (1,10-16)
    1. Ihre ungesunde Lehre und unheilige Lebensweise (1,10-12).
    2. Die Notwendigkeit der Zurechtweisung (1,13-16).
  4. Gesunde Lehre in einer heiligen Lebensweise für verschiedene Gemeindegruppen  (2,1-10).
    1. Ältere Männer (2,2)
    2. Ältere Frauen (2,3)
    3. Jüngere Frauen (2,4-5)
    4. Jüngere Männer & Titus (2,6-8)
    5. Sklaven (2,9-10)
  5. Gesunde Lehre von Jesus Christus führt zu einer heiligen Lebensweise (2,11-15)
  6. Heilige Lebensweise bzgl. der Öffentlichkeit und anderer Mitmenschen (3,1-2)
  7. Veränderung durch die gesunde Lehre von dem Heilshandeln Jesu  (3,3-7)
  8. Gesunde Lehre, Streitereien und Irrlehre (3,8-11)
  9. Briefschluss (3,12-15)

Auslegung zum 2. Johannesbrief

Der zweite Johannesbrief stand heute auf dem Programm meiner täglichen Bibellektüre. Ein sehr kurzer und doch viel sagender Brief. Lies mal nach – dauert gerade einmal 3 Minuten. Ich habe mir ein paar Gedanken zum Leitthema gemacht.

Als eine Auslegungsmöglichkeit (nach John MacArthur) kann man die Gastfreundschaft als Leitthema setzen:

  1. Die Grundlage christlicher Gastfreundschaft (1,1-3)
  2. Das Verhalten christlicher Gastfreundschaft (1,4-6)
  3. Die Grenzen christlicher Gastfreundschaft (1,7-11)
  4. Der Segen christlicher Gastfreundschaft (1,12-13)

Auffallend ist aber, dass es im Brief vor allem um die Wahrheit geht: In den ersten vier Versen gebraucht Johannes das Wort „Wahrheit“ 5x. Dann ab Vers 4 bis 6 wird das Wort abgelöst von „Gebot“ (4x). In den Versen 7 bis 10 geht es um „Verführer“ (2x) und die wahre „Lehre“ (3x). Zum Schluss schreibt Johannes, dass er ihnen die Wahrheit lieber persönlich als schriftlich mitteilen will, damit die Freude vollkommen sei. Deshalb könnte man den 2. Johannesbrief wohl auch unter dem Stichwort „Wahrheit“ gliedern:

  1. Die Verbundenheit in der Wahrheit (1,1-3)
  2. Das Leben entsprechend der Wahrheit (1,4-6)
  3. Warnung & Absonderung von Leugnern der Wahrheit (1,7-11)
  4. Die Wahrheit führt zu vollkommener Freude (1,12-13)

Sehr spannend. Klein aber oho, dieser Brief. Ich ermutige dich, mache deine eigenen Entdeckungen!